Formen nachhaltiger Investments

Grundsätzlich kann die Berücksichtigung des Themas Nachhaltigkeit bei der Geldanlage die monetären Interessen der Anlegenden, Sparenden und Versicherten mit dem Anspruch einer umweltverträglichen, sozial und ethisch verantwortlichen sowie friedlichen Gesellschaftsentwicklung verbinden. Was dies im Einzelnen bedeutet, wurde von Fachleuten auf dem Gebiet in Form der Darmstädter Definition Nachhaltiger Geldanlagen zusammengestellt.

Diese erläutert, wie durch eine umfassende Analyse der Anlageobjekte (z.B. im Bereich der Vermögensverwaltung oder Projektfinanzierung) wirtschaftliche und soziale Leistungen, Naturverträglichkeit und gesellschaftliche Entwicklungen berücksichtigt werden können. Im einzelnen erfordert dies in ökonomischer Sicht für Investments, dass

  • Gewinne auf Basis langfristiger Produktions- und Investitionsstrategien statt in kurzfristiger Gewinnmaximierung erwirtschaftet werden,
  • Erträge aus Finanzanlagen in vertretbarer Relation mit Erträgen aus realer Wert¬schöpfung stehen,
  • die Erfüllung elementarer Bedürfnisse (z. B. Wasser) nicht gefährdet wird,
  • Gewinne nicht auf Korruption beruhen.

 

In ökologischer Sicht erfordern nachhaltige Geldanlagen, dass die Gewinnerzielung im Einklang steht mit der

  • Steigerung der Ressourcenproduktivität,
  • Investition in erneuerbare Ressourcen,
  • Wiedergewinnung und Wiederverwendung verbrauchter Stoffe,
  • Funktionsfähigkeit globaler und lokaler Ökosysteme (z. B. Regenwälder, Meere).

 

In sozialer und kultureller Sicht erfordern nachhaltige Geldanlagen, dass die Gewinnerzielung im Einklang steht mit der

  • Entwicklung des Humankapitals (Verantwortung für Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung, Förderung selbstverantwortlichen Arbeitens, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Respekt vor der Verschiedenheit der Einzelnen),
  • Entwicklung des Sozialkapitals (Schaffung von Erwerbschancen, Ausgewogenheit zwischen den Generationen, diskriminierungsfreier Umgang mit Minderheiten, Funktionsfähigkeit der Regionen, Förderung zivilgesellschaftlichen Handelns),
  • Entwicklung des Kulturkapitals (Respekt vor kultureller Vielfalt unter Wahrung persönlicher Freiheitsrechte und gesellschaftlicher Integrität, Mobilisierung der Potentiale kultureller Vielfalt).