Weitere Entwicklung nachhaltiger Geldanlagen

Herr Knörzer, was sind für Sarasin die zentralen Erkenntnisse aus der gegenwärtigen Japan-Krise?

Ein erster Überblick zeigt uns, dass wir wohl bereits vieles richtig gemacht haben. Ich bin auch froh, dass wir durch die aktive Umstellung aller Privatkundenmandate auf Nachhaltigkeit hier in der Schweiz vor bald zwei Jahren den damit verbundenen Mehrwert vermitteln können. Allerdings bedeutet richtig gelegen zu haben nicht automatisch, dass dies für immer in der Zukunft gilt. Daher machen sich unsere Nachhaltigkeitsanalysten zusammen mit unserem Nachhaltigkeitsbeirat schon wieder Gedanken, ob die Bewertungs- und Ausschlusskriterien weiter verbessert werden können.

Ergibt sich für Sie aus dem Vorfall in Japan ein neues Szenario für den Markt der Energieversorgung und eventuell auch für andere Branchen?

Die Energieversorgung befand sich bereits im Umbruch. Durch diese Ereignisse wird aber die Geschwindigkeit noch weiter zunehmen. Neben einem anderen Energiemix müssen aber noch riesige Fortschritte im Bereich der Energieeffizienz passieren. Und das wird unweigerlich zu vielen Veränderungen beispielsweise bei Konsumgütern oder der Baubranche führen.

Wie schätzen Sie die Entwicklungen für die Schweiz ein?

Während man den Solarboom effektiv verschlafen hat, bieten sich der Schweiz vor allem in der Energieeffizienz exzellente Möglichkeiten. Schliesslich gibt es schon heute Unternehmen, die auf diesem Gebiet weltweit führend sind.

Die Industriewerke Basel IWB schaffen es bereits seit Jahrzehnten, ihren Strom nachhaltig zu produzieren. Sehen Sie ein derartiges Modell für die gesamte Schweiz?

Bei Modellen denke ich immer an solche, die schön anzuschauen sind und die man dann in den Schrank stellt. Ich würde lieber sagen, dass das vorbildlich ist und hoffentlich auf breiter Front Nachahmung findet.