Bei nachhaltigen Anlagen entscheidet die Rendite

Nachhaltige Anlagen werden gerne mit moralischen Anliegen in Verbindung gebracht. Für Frederic Methlow, CLO des AHV­Ausgleichsfonds, ist jedoch alleine die zu erwartende Mehrrendite ausschlaggebend für entsprechende Investitionen.

Bei nachhaltigen Anlagen sollten nur wirtschaftliche Faktoren entscheiden.
Die Rendite ist der wichtigste Entscheidungs-Faktor bei nachhaltigen Anlagen. Foto: scyther5, iStock, Thinkstock
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«Wir erwarten von nachhaltigen Anlagen eine Überperformance», stellt Frederic Methlow gleich zu Beginn des Gesprächs klar. Nachhaltigkeit darf nicht mit ethischen Prinzipien oder «Gutmenschentum» vermischt werden - dies, so Methlow, wäre schlicht unprofessionell. Dass der AHV­ Ausgleichsfonds einen substanziellen Teil des Vermögens gemäss Nachhaltigkeits-Kriterien investiert, hat denn auch rein ökonomische und nicht moralische Gründe.

Vorgehen bei der Auswahl der nachhaltigen Anlage

Der AHV­Ausgleichsfonds lässt zwei grosse Aktienmandate nachhaltig managen. Beiden Mandaten sind ein Index (MSCI Nordamerika beziehungsweise MSCI Europa) sowie ein maximaler tracking error von 2 Prozent vorgegeben. Für jedes Mandat ist ein Zweierteam am Werk: ein Advisor durchforstet die im Index vertretenen Unternehmen und stellt ein Portfolio aus rund 100 Titeln zusammen, das ein Manager in der Folge umsetzt. Der Advisor geht dabei nach dem «best in Class»-­Ansatz vor: aus jedem Sektor werden diejenigen Titel ausgewählt, die nach Aspekten der Governance sowie gewisser sozialer und ökologischer Grundsätze am besten abschneiden.

Dieses Vorgehen bringt es mit sich, dass Titel aus jedem Sektor gewählt werden - es gibt also keine schwarze Liste, nach der bestimmte Geschäftszweige wie Waffen­ oder Tabakkonzerne ausgeschlossen werden. Der Grund für diesen Ansatz, unterstreicht Methlow nochmals, liegt in der rein ökonomischen Betrachtungsweise: «Gewisse Faktoren wie Governance-Aspekte werden im aktuellen Marktpreis (noch) nicht widergespiegelt. Längerfristig werden diese Faktoren den Preis aber beeinflussen. Aus diesem Grund versprechen Unternehmen, die entsprechende Vorteile aufweisen, besseres Renditepotenzial als ihre Konkurrenz.»

Die geschilderte Struktur der nachhaltigen Anlagen wurde erst letztes Jahr eingeführt, weshalb es noch zu früh ist für eine Bilanz. Die Erfahrungen mit den zuvor nach Nachhaltigkeitskriterien vergebenen Mandaten haben keinen Anlass gegeben, diesen Anlagestil nicht mehr weiter zu verfolgen, meint Methlow. der Entscheid des Verwaltungsrats zu den beiden aktuellen Nachhaltigkeitsmandaten war im Übrigen keineswegs unumstritten: «Das Thema polarisiert, es provoziert Positionen», erzählt Methlow.