Weitere sechs Tipps für nachhaltige Geldanlagen

7. Wer transparent sein will, muss auch seine vorvertraglichen Informationspflichten gewissenhaft erfüllen: Achten Sie deshalb darauf, dass Sie auch folgende Informationen erhalten:

  • Angaben über die Höhe und die zeitliche Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten,
  • Angaben über die Höhe der Kosten für die Verwaltung des gebildeten Kapitals,
  • die Höhe der Kosten für den Wechsel in ein anderes Produkt unter Mitnahme des gebildeten Kapitals,
  • die Höhe der Kosten, falls Sie den Vertrag später beitragsfrei stellen lassen oder vorzeitig beenden wollen,
  • unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang die Höhe der oben genannten Kosten geändert werden kann.

8. Falls Sie das Kostenmodell nicht nachvollziehen können: lassen Sie es sich detailliert und am besten schriftlich erläutern oder bitten Sie um Angabe einer Gesamtkostenquote. Fragen Sie auch nach etwaigen Kick-Backs (Rückvergütungen), die der Vermittler vom Anbieter erhält, um dessen Eigeninteresse besser abschätzen zu können.

9. Lassen Sie sich schriftlich geben, wie hoch die versprochene Rendite und die mögliche Steuerersparnis in Ihrem speziellen Fall ist und fragen Sie insbesondere bei geschlossenen Fonds oder Einzelanlagen, wann Sie sicher mit den ersten Auszahlungen rechnen können, das Investment wieder verkaufen können und ob Sie bei schlechter Geschäftsentwicklung womöglich Geld nachschiessen müssen bzw. ob ein Totalverlustrisiko ihres Kapitaleinsatzes besteht.

10. Auch mit einer «grünen» bzw. klimafreundlichen Altersvorsorge müssen Sie ihre Versorgungslücke zuverlässig schliessen können: Lassen Sie sich deshalb exakt vorrechnen, wie hoch die garantierte Mindestrente sein wird und wie viel Überschusserträge Sie - unter Zugrundelegung der aktuellen Marktverhältnisse und auf der Basis bisheriger Entwicklungen in ein, fünf, zehn oder 30 Jahren - voraussichtlich erwarten können. Fragen Sie dabei auch nach, ob der jeweilige Anbieter die dabei einkalkulierte Rendite in der Vergangenheit auch immer erreichen konnte. Denn für die Altersvorsorge kommt nur ein Anbieter in Betracht, der auch langfristig in der Lage ist, die versprochenen Renditen zu erwirtschaften.

11. Schützen Sie sich vor Risiken: Grundsätzlich gibt es bei allen Anbietern, auch bei Versicherern, ein Bonitäts- und Ausfallrisiko. Verschaffen Sie sich daher Informationen über die Finanzkraft des Anbieters und mögliche Sicherungssysteme, die sie vor Verlusten schützen.

12. Schützen Sie sich vor unseriösen Angeboten: Das geht am einfachsten, wenn Sie die eingeholten Angaben in einem persönlichen Beratungsgespräch bei einer Verbraucherzentrale vor Ort überprüfen lassen. Gemessen an möglichen Verlusten, die bei einer «schlechten Geldanlage» drohen, lohnt sich die Gebühr für die Beratung allemal.

Schon die kritische Prüfung anhand der Checkliste hilft Ihnen, bei der Fülle klimafreundlicher Geldanlageofferten die Spreu vom Weizen zu trennen. Denn grundsätzlich gilt: Für jede Form der Geldanlage, jedes Anlageziel, jede gewünschte Anlagedauer und für jede Risikoneigung gibt es am Markt auch Angebote, die sowohl die konventionellen Anlageziele erfüllen als auch etwas für den Umwelt- und Klimaschutz tun. Vielleicht macht es etwas mehr Mühe, das individuell passende Angebot herauszufiltern. Doch kann jeder mit seiner Geldanlage nicht nur etwas für den eigenen Geldbeutel sondern auch für das Klima tun.

Detaillierte Informationen zur Geldanlage allgemein, aber auch zu klimabewussten Geldanlagen finden Sie in der Zeitschrift «Finanztest» von Stiftung Warentest und in der Zeitschrift «ÖKO-TEST». Der Ratgeber «Geldanlage ganz konkret» und das «ABC der Geldanlage» der Verbraucherzentrale informieren zudem über allgemeine Kriterien für die Geldanlage.

Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie unter: www.verbraucherzentrale.de

Quelle: Verbraucherzentrale

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