Banken investieren oft in fragwürdige Firmen

Viele Finanzinstitute machen «schmutzige Geschäfte» mit Grosskonzernen, die gegen Menschenrechte verstossen und zur Umweltverschmutzung beitragen. Nachhaltige Banken zeigen hingegen, dass man auch andere Wege einschlagen kann.

Investitionen von Banken: Schmutzige Geschäfte mit Nestle und Co
Durch fragwürdige Investitionen machen sich Banken mitverantwortlich für Umweltverschmutzungen. Foto: BarnabyChambers, iStock, Thinkstock
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«Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Ausbeutung und Umweltzerstörung gehören offensichtlich immer noch zum Geschäftsmodell global agierender Unternehmen», heisst es in dem aktuellen Bericht «Dirty Proftits». Dazu zählen laut der Studie, die innerhalb der internationalen Kampagne «Facing Finance – Finanzmärkte im Visier» erstellt wurde, Grosskonzerne wie Gazprom, Nestlé oder Adidas. Durch Kredite, Anleihen und Aktien würden diverse Banken solche «schmutzigen Geschäfte» unterstützen.

Neben der Deutschen Bank und der BNP Paribas zählt auch die Credit Suisse zu den untersuchten Kreditgebern, die am meisten Geld in sündhafte Firmen investieren. Insgesamt haben laut «Dirty Profits» die 19 untersuchten Finanzinstitute kontroverse Unternehmen im vergangenen Jahr mit umgerechnet rund 40 Milliarden Schweizer Franken finanziert.

Schmutzige Investitionen? UBS und Credit Suisse wehren sich

Schweizer Banken widersprechen dem Vorwurf. So gibt die UBS gegenüber 20 Minuten an, nicht in Unternehmen zu investieren, die soziale und umweltrelevante Risiken eingehen. Die Credit Suisse wehrt sich zudem mit dem Hinweis auf eine willkürliche Auswahl der untersuchten Finanzinstitute. Wichtige Mitbewerber aus Grossbritannien oder den USA seien im Bericht gänzlich ausser Acht gelassen worden, erklärte die Credit-Suisse-Sprecherin Valeria Ancarani laut 20min.ch.

Für den Bericht «Dirty Profits» wurden 19 Banken und 26 Konzerne anhand eigener Recherchen und öffentlicher Berichte analysiert. Durch die EU-geförderte Studie erhofft sich die internationale Kampagne, öffentliche und private Investoren für ethische und nachhaltige Standards zu sensibilisieren. Denn «grüne» Finanzinstitute, wie die GLS oder die Globalance Bank, zeigen bereits, dass es auch anders geht. Sie investieren ausschliesslich in ökologische, soziale und ethische Projekte.

Weitere Hintergrundinformationen und Beispiele zu nachhaltigen Geldanlagen erhalten Sie in unserer Rubrik «Finanzen».

Quellen: facing-finance.org, 20min.ch, badische-zeitung.de; Text: Petra Zölle