Melchior Lengsfeld: Geschäftsführer von Helvetas

Melchior Lengsfelds Einsatz für die Entwicklungshilfe der Schweiz ist gross. Bevor er die Geschäftsleitung von Helvetas übernahm, war er als Mitarbeiter bei Wasserprojekten in Moçambique und Mali tätig.

Der Geschäftsführer von Helvetas leitet Entwicklungshilfe-Projekte.
Melchior Lengsfeld ist Geschäftsführer von Helvetas, Fotoquelle: helvetas.ch
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«Wasser für alle – die Herausforderung des 21. Jahrhunderts», heisst der Titel eines Referats von Melchior Lengsfeld als Geschäftsleiter von Helvetas Swiss Intercoorperation, der grössten Schweizer Entwicklungsorganisation. Helvetas Swiss Intercooperation entstand im Juni 2011 aus dem Zusammenschluss zweier grossen Entwicklungsorganisationen (Helvetas, Intercooperation) mit dem Ziel, die Wirkung des Engagements zu verstärken und so mehr Menschen helfen, die Armut zu überwinden. Im Zentrum der Projekt- und Kampagnenarbeit steht wie es der Referatstitel von Lengsfeld erahnen lässt, das Wasser als wichtigste aller Rohstoffe. Denn «ohne Wasser gibt es keine Nahrung. Um den Hunger zu bekämpfen müssen wir das vorhandene Wasser gerechter verteilen und besser nutzen», sagt Geschäftsführer Melchior Lengsfeld.

Der Klimawandel hat den Ablauf von Regen- und Trockenzeiten durcheinander gebracht. Das Wasser wird vor allem in den Ländern des Südens knapp, wie die aktuelle Hungersnot am Horn von Afrika zeigt. Besonders kleine Bauernbetriebe spüren die Folgen des Wassermangels, denn die Landwirtschaft ist mit einem Anteil von 70 Prozent und mehr der grösste Wasserverbraucher. Als Folge des Wassermangels kommt es zu einem Nahrungsmangel. Im Umkehrschluss heisst dies, um den Hunger zu bekämpfen, braucht es Wasser.

Melchior Lengsfeld will mit einer modernen Entwicklungsarbeit in 18 Projektländern dazu beitragen, den Hunger zu bekämpfen. «Wir stellen fest, dass heute in den Entwicklungsländern stärkere Partner vorhanden sind. Mit stärkeren Partnern im Süden verschiebt sich auch die die Rolle für Entwicklungsorganisationen wie die Helvetas. Bei Projekten leiten nicht mehr Helvetas-Mitarbeiter die Dorfbewohner an, sondern Einheimische von lokalen Institutionen. Die Helvetas-Mitarbeiter stehen beratend und unterstützend zur Seite. Entwicklungsexperten werden vom «Macher» immer mehr zum «Manager». Wie beispielsweise bei einem Landwirtschafts- und Bewässerungsprojekt in Äthiopien, welches von Helvetas-Mitarbeiter begleitet wird. Es sorgt dafür, dass Bauern dank grossen Zisternen auf ihren Höfen neu auch Bohnen und Öldisteln anbauen und bewässern können. Und an erosionsgefährdeten Hügeln werden Futterpflanzen wie Salzbusch und Elefantengrass gesät, um den allzu schnellen Abfluss von Regenwasser zu verhindern.

«Trotz vieler Bemühungen sind die Lebensumstände für viele Menschen in der Dritten Welt noch nicht besser geworden. Über eine Milliarde Menschen leben in absoluter Armut», äussert sich Lengsfeld über die Arbeit, die noch vor ihm liegt und freut sich auf die Herausforderung, «einen Beitrag im Kampf gegen die Armut leisten zu können».

Quelle: helvetas.ch, in4u.ch, Text: Lea Schwer

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