Dunkle Seite der Windkraft: Beeinträchtigung der Tierwelt in Chile

Erneuerbare Energie sind umweltfreundlich, so der allgemeine Diskurs. Doch werden nicht immer alle Folgen in die Planung erneuerbarer Energien mit einbezogen: in Chile würde der geplante Bau einer grossen Windkraftanlage mit 56 Windkraft-Turbinen der Tierwelt erheblich schaden. Wie die Tiere in Luft und Wasser gestört werden, lesen Sie hier.

Wale werden durch den Lärm der Windkraftwerke gestört.
Wale werden durch den Bau von Windkraftanlagen sehr gestört. Foto: © Erez Shor - Fotolia.com
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Die chilenische Küste ist ein Vogelparadies und lockt mit einheimischen Flamingos viele tausend Besucher jährlich. Aber auch Zugvögel sind dort oft zugegen. Durch den Bau von Windkraftanlagen droht ihnen der Tod in den Rotationsblättern.

Ein weiteres Problem ist, dass das Drehen der Rotoren ordentlich Lärm macht. Da die Wasserturbinen in der Nähe der Küste und damit nur rund 10 Meter vom Wasser entfernt installiert werden sollen, käme die Lärmbelastung für die Meeresbewohner bis zu 100 Dezibel gleich, der Lautstärke eines Rasenmähers. Und dies könnte das Kommunikationssystem der Wale stören. Brut- und Futterrouten würden gestört und das ist gerade in der Küstenregion Chiles gravierend. Dort befinden sich die bedeutendsten Weidegründe der gesamten Südhalbkugel für Blauwale.

Hintergrund zu den geplanten Windkraftanlagen in Chile

Der Pazifik vor der chilenischen Küste eignet sich unter energietechnischen Gesichtspunkten hervorragend für die Stromgewinnung aus Windkraft. Denn Wind gibt es auf einer Länge von über 4000 km in Massen. Daher visiert Chile die Verdoppelung der Energieproduktion bis im Jahre 2025 an und könnte mit dem Bau der Windkraftanlagen laut National Geographic das dreifache des für die Menschen vor Ort benötigten Stroms produzieren. Die umweltbewussten Chilenen haben dabei allerdings alles andere als ein gutes Gewissen und so ergriffen Umweltschützer die Initiative gegen das Unernehmen Ecopower, das für den Bau verantwortlich ist. Notfalls auch vor Gericht, wie sie sagen.

 

 

Quelle: 20minuten Text: Miriam Dippe