Hoch hinaus: Ein Drache, der nachhaltigen Strom erzeugt

Beim Drachen steigen lassen Energie gewinnen, das klingt fast so als wäre es von Benjamin Franklin, der mit Hilfe eines Papierdrachens den Blitzableiter erfand. Doch die Idee entstammt einem Schweizer Forscherteam, dessen Forschungsprojekt eine innovative Form zeigt, die Windkraft zu nutzen.

Hoch hinaus: Ein Drache, der nachhaltigen Strom erzeugt
Einen Drachen steigen lassen und Energie erzeugen ist heute Vision, morgen vielleicht aber schon Realität. Bild: Screenshot-Video aus servusTV_SwissKitePower
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Der Drache namens «Twingkite» ist über Schnüre und Spulen an einer Bodenstation befestigt und erzeugt mit Hilfe des Windes Energie: Wenn ein Luftzug auf den Drachen trifft zieht er ihn nach oben. Diese Bewegung wird vom Seil an die Spule weitergegeben. Die Spule wandelt sie anschliessend in elektrische Energie um. Erreicht der Drache seine maximale Höhe von 300 Metern, zieht die Spule ihn wieder nach unten, so dass der ganze Prozess von vorne beginnt.

Die Struktur des Kites ähnelt der einer Luftmatratze und basiert auf ultraleichten Tensairity-Balken sowie einem Stangengerüst, das mit einer luftgefüllten Membran ausgestattet ist. Das Gerüst macht den Drachen äusserst stabil, so dass er selbst starken Windböen Stand halten kann.

Im Gegensatz zum Windrad, das nur Höhen von bis zu 100 Metern reicht, gelangt das Twingkite in höhere und windigere Ebenen, sodass effizienter Energie aus Wind gewonnen werden kann. Die ersten Testdurchläufe mit dem Prototypen erfolgten im Berner Jura und verliefen vielversprechend. Nun arbeiten die Forscher daran ein grösseres Kite dieser Art in noch höhere Ebenen zu bringen, denn je grösser der Drache ist und auf je mehr Wind er trifft, umso grösser ist die Energiegewinnung. Der Drache ist ein Gemeinschaftsprojekt von der Empa*, der Fachhochschule Nordwestschweiz, der ETH Zürich und der EPFL**.

*Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
** EPFL steht für französisch «École polytechnique fédérale de Lausanne», zu deutsch, der technisch-naturwissenschaftlichen Universität in Lausanne

Das Video zum Projekt «Twingkite»

Video: youtube / servusTV_SwissKitePower / Corey Houle

 

Quelle: scinexx.de, empa.ch

Text: Katharina Kehler

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