Nachteile der Wasserkraft

Staudämme verändern Landschaften und Lebensräume.

Die Stromgewinnung durch Wasserkraftwerke kann Landschaften und Lebensräume verändern. Foto: © iStockphoto.com / © sumnersgraphicsinc

Die Schweiz nutzt über 90 Prozent der geeigneten Gewässer zur Stromgewinnung. Dadurch werden Landschaften umgestaltet und der Mensch verliert natürliche Erholungsorte. Doch auch die Lebensräume von Pflanzen und Tieren sind davon betroffen und werden unterbrochen. Bäche verwandeln sich in Rinnsale und schnell fließende Flüsse wogen nur noch träge von Staudamm zu Staubecken. Darunter leiden besonders die Fische. Von ehemals 55 einheimischen Fischarten sind bereits acht ausgestorben und 24 bedroht (BAFU). Um das Problem einzudämmen, gibt es seit 1992 die Restwasservorschrift. Sie achtet darauf, das ausreichend Restwassermengen nach der Wasserentnahme verbleiben. In der Realität setzen die Kantone diese Vorschriften nur mangelhaft um (WWF). Deshalb fordern Umweltverbände eine umweltverträgliche und nachhaltige Wasserkraft-Nutzung. Rico Kessler von Pro Natura (www.pronatura.ch) bringt es auf den Punkt: «Die Zitrone ist nahezu ausgepresst.» (sda)

Eine Übersicht über sämtliche Vor- und Nachteile gibt die AG Alpine Wasserkraft (http://www.alpine-wasserkraft.com/staerke.html).

Klimawandel: Folgenreich für die Wasserkraft in der Schweiz

Noch gibt es in der Schweiz ausreichend Wasser. Experten befürchten, dass sich das durch den Klimawechsel verändert und sich Wasser zu einem knappen Gut entwickelt. Modelle sagen regenreiche Winter und trockene Sommer vorher. Was heisst das für die Wasserkraft? Eine Studie besagt, dass bis 2050 ein Rückgang der Wasserenergie-Produktion um sieben Prozent denkbar wäre (Laboratoire Hydrologie et Aménagements der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne).

Mehr Strom trotz weniger Wasserkraft

Dennoch setzt der Bundesrat auf den Ausbau der Wasserkraft, um den Atomausstieg zu ermöglichen. Das setzt auch die Erschließung neuer Standorte voraus - wobei es nicht mehr viele Möglichkeiten gibt. Im Tagesanzeiger erklärt Jürg Buri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung, dass sogar nur ein Ausbau um 2,5 Terrawattstunden ökologisch verträglich sei. Erreichen könnte man dies mit effizienteren Turbinen in alten Wasserkraftwerken und dem Bau neuer Kleinkraftwerke - aber nicht ohne die strengen Umweltvorschriften zu vernachlässigen.

Links zur Wasserkraft

  • BAFU - Das Bundesamt für Umwelt ist die Fachbehörde für die Umwelt.
  • SWV - Schweizerische Wasserwirtschaftsverband
  • Umweltspiele - Lernen Sie spielerisch die Wasserkraft kennen.

 

 

Text: Kerstin Borowiak, Quellen: WWF, Pro Natura, swissinfo, Agentur für Erneuerbare Energien, BFE, BAFU, Schweizerische Energiestiftung, sda, Bundesamt für Energie , Tagesanzeiger, AG Alpine Wasserkraft