Wasserkraft: Wichtigste Energiequelle für eine «grüne» Stromzukunft

Die Schweiz bietet dank bergiger Landschaften und zahlreicher Gewässer ideale Bedingungen, um umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft zu gewinnen. Für die Energiewende ist Wasserkraft deshalb ein wesentlicher Bestandteil, wie das Beispiel Basel zeigt.

Wasserkraft ist eine der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen
Wasserkraftwerke wie das Kleinwasserkraftwerk Neue Welt liefern einen Grossteil des Schweizer Stroms. Foto: IWB
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Vom kleinen Gebirgsbach bis zu Rhein und Aare, die Kraft von Gewässern wird in der Schweiz vielerorts genutzt, um Energie zu erzeugen. Insgesamt liefern rund 550 Wasserkraftwerke mehr als die Hälfte des Stroms, der landesweit benötigt wird. Was für eine enorme Leistung das ist, zeigt der Vergleich mit der globalen Situation: Weltweit deckt Wasserkraft nicht einmal zwanzig Prozent des Strombedarfs. Doch obwohl sich die Wasserkraft in der Schweiz bereits stark entwickelt hat, sind ihre Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft.

Wasserkraft wird weiter ausgebaut

Um den Schweizer Energiebedarf in Zukunft ohne Atomkraft und auf möglichst umweltfreundliche Weise zu decken, darf das Potenzial der Wasserkraft nicht verschenkt werden. Der Bund plant deshalb die Wasserkraftwerke weiter auszubauen. Zudem sollen bestehende Anlagen erneuert werden, denn der Grossteil der Schweizer Wasserkraftwerke stammt aus den 1950er und 1970er Jahren. Insbesondere im Unterland wurden in dieser Zeit viele Laufkraftwerke und grosse Speicheranlagen gebaut, wie zum Beispiel in Birsfelden bei Basel.

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Das Grimselgebiet besteht aus mehreren Seen, die für die Stromgewinnung gestaut werden. Foto: © KWO / Robert Bösch
Das Grimselgebiet besteht aus mehreren Seen, die für die Stromgewinnung gestaut werden. Foto: © KWO / Robert Bösch
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Birsfelden: Wasserkraft noch effizienter nutzen

Die Anlage ist das grösste Wasserkraftwerk der Schweiz. Bereits 1955 strömten dort jede Sekunde bis zu 400.0000 Liter Wasser auf die Turbinen ein und erzeugen seitdem umweltfreundlichen Strom. Seit die Turbinen modernisiert und die Laufzeit verlängert wurde, so dass die Anlage rund um die Uhr in Betrieb ist, liefert das Kraftwerk fünf Prozent mehr Energie als zuvor. Der lokale Energiedienstleister IWB (Industrielle Werke Basel) versorgt damit 100.000 Haushalte in Basel-Stadt mit Ökostrom. Dieselbe Strommenge fliesst in die Energieversorgung von Basel-Land. Insgesamt bringt das Grosskraftwerk somit umweltfreundlichem Strom in etwa 200.000 Haushalte der Region. 

Bei der Realisierung der Anlage in Birsfelden ging es aber nicht ausschliesslich um effiziente Stromproduktion und die Nutzung der Abwärme. Das Kraftwerk wurde bei seinem Bau bewusst so angelegt, dass es sich möglichst harmonisch in die Landschaft eingliedert. Bei den Anwohnern ist es deshalb vor allem wegen des «Inselis» bekannt. Die kleine Insel in der Mitte des Rheins entstand während der Bauarbeiten und dient mit ihren Bäumen, Wiesen und Wegen nun als Naherholungsgebiet.

Hauptanteilseigner des Kraftwerks Birsfelden sind die IWB. Das Basler Unternehmen engagiert sich auch über diese Anlage hinaus für eine umweltverträgliche Energieversorgung.

Wasserkraft ist eine der wichtigsten Energiequellen der Schweiz

So funktioniert ein Wasserkraftwerk. (Zum Vergrössern bitte Grafik anklicken.)

Besonders ökologischen Strom liefert das Kleinwasserkraftwerk «Neuewelt»

Die IWB betreiben aktuell insgesamt acht Anlagen am Rhein und in den Alpen. Damit stellen sie genügend Energie zur Verfügung, um je nach Witterung 70 bis 90 Prozent des Basler Energiebedarfs zu decken. Neben Birsfelden als Grosskraftwerk sind unter den Anlagen auch kleine Wasserkraftwerke wie das Kraftwerk «Neuewelt». Der Strom daraus wird besonders umweltschonend hergestellt und wurde dafür mit dem «naturemade star» geehrt. Das Qualitätslabel ist die höchste Auszeichnung für ökologisch produzierte Energie.

Mit Strom aus Wasserkraftwerken wie «Neuewelt» und Birsfelden, sowie Energie aus Sonne, Wind und Biomasse können die IWB bereits heute den kompletten Strombedarf in Basel aus 100 Prozent erneuerbarer Energien aus eigener Produktion decken. Damit ist Basel nicht nur ein Beispiel dafür, dass die Energiewende möglich ist. Der vergleichsweise niedrige Preis des IWB-Stroms zeigt ausserdem, dass Ökostrom nicht teurer sein muss.

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Quelle: IWB (Industrielle Werke Basel),Text: Leena Heinzelmann