Kein Wasserwirbelkraftwerk in unverbaute Gewässer

Wasserwirbelkraftwerke werden in renaturierte Gewässer gebaut.

Renaturierte Gewässer sind Heimat für Wasserwirbelkraftwerke. Foto: © Kenneth Keifer / iStock / Thinkstock

Wirbelwerk kommt nur in verbaute Gewässer

Das Echo auf diese Innovation ist gross. Nicht nur das Bundesamt für Energie wurde aufmerksam auf die Pionierleistung der GWWK, sondern auch viele, die an der Erzeugung von nachhaltiger Energie mit einfachen Mitteln interessiert sind. «Wir erhalten laufend Anfragen aus Drittweltländern, die sich für die Technik interessieren», sagt Styger. Auch aus dem näheren Ausland lässt man Interesse an der Idee verlauten und natürlich klopfen viele Schweizer Gemeinden bei der GWWK an, die abklären wollen, ob sich ihre Bäche für ein Wasserwirbelkraftwerk eignen.

Seit Beginn dieses Jahres gilt ein neues Gewässernutzungsgesetz, das die Behörden dazu zwingt, Flüsse, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte begradigt oder anderweitig verändert wurden, wieder in einen möglichst naturnahen Zustand zurückzuführen. So müssen viele hundert Kilometer Fluss in der Schweiz renaturiert werden. All diese Gewässer eignen sich für ein Wasserwirbelkraftwerk, sofern das nötige Gefälle und die Wassermenge vorhanden sind. «Gewässer, die unverbaut sind, sollen auch unverbaut bleiben», sagt Styger. Es bestehe genügend Potenzial in Flüssen und Bächen, die bereits verbaut worden seien und nun eben renaturiert werden sollen.

«Grosse Chancen» für die Technologie

Das Interesse an der naturfreundlichen Lösung wird wohl dadurch verstärkt, dass der Bau eines Wasserwirbelkraftwerks im Gegensatz zu anderen Kleinwasserkraftwerken relativ günstig ausfällt, da kein High-Tech-Rotor verwendet wird. Der nötige Wartungsaufwand ist minim und die Lebensdauer eines solchen Werkes beträgt laut der GWWK fünfzig bis hundert Jahre.

Die Genossenschaft verspricht sich viel von ihrer Technologie. Anerkennung erhält sie nicht nur von oberster Instanz, sondern auch von Umweltorganisationen, die die Entwicklung ebenso mit Argusaugen beobachten. Kaspar Schuler zum Beispiel, der Leiter des Bereichs Klima und Energie bei Greenpeace Schweiz, sagt zum Wasserwirbelkraftwerk: «Das ist eine sehr faszinierende Idee, weil mit angepasster, einfacher Technologie und mit minimalem ökologischem Eingriff eine ansehnliche Menge Strom produziert werden kann. Wenn die laufende Studie beweisen kann, dass die Wasserfauna nicht bedroht wird, gebe ich dieser Technologie sehr grosse Chancen.»

Text: Elena Ibello
 

Wasserwirbelkraftwerk


  • Ein Wasserwirbelkraftwerk ist ein kleines Flusskraftwerk, welches Naturstrom erzeugt.
  • Es nimmt dabei Rücksicht auf die Wasserfauna: Das Wasserwirbelkraftwerk kann von Fischen in beide Richtungen schadlos passiert werden.
  • Durch naturnahes, biologisches Gärtnern werden auch Nützlinge angelockt, die Gemüse und Obst vor Läusen und anderen ungebetenen Gästen schützen. So kann oft gut auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden.
  • Es kann in Bächen und Flüssen umgesetzt werden, die renaturiert werden müssen.
  • Voraussetzungen für ein Wasserwirbelkraftwerk sind ein Gefälle ab 70 Zentimetern und
  • Wassermengen ab tausend Liter pro Sekunde.
  • Die erzeugte Strommenge ist vergleichbar mit der anderer Kleinwasserkraftwerke, variiert jedoch je nach Standort stark.
  • Mehr Informationen zur Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz (GWWK) finden Sie unter gwwk.ch.