Stromzukunft: Die Schweiz muss sich besser mit Europa vernetzen

Die Vollversorgung mit Ökostrom kann die Schweiz alleine nicht schaffen. Zusätzlich braucht es eine bessere Vernetzung mit der Stromversorgung in Europa. Dafür sind Politik und Industrie gleichermassen gefordert.

Stromzukunft: Es braucht eine bessere Vernetzung der Schweiz
Die Schweiz ist für eine erneuerbare Energiezukunft noch nicht gut genug mit Europa vernetzt. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Die Schweiz deckt bereits mehr als die Hälfte ihres Strombedarfs durch Wasserkraft und auch das Potenzial von Biomasse, Solar- und Windenergie wird zunehmend genutzt. Dennoch kann sie sich derzeit nicht unabhängig mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen und muss für eine nachhaltige Energieversorgung teils auf Ökostrom aus anderen europäischen Ländern zurückgreifen.

Bei der zukünftigen Energieversorgung ist die Schweiz jedoch keinesfalls nur Nutzniesser von südlichem Sonnenstrom oder Windstrom von europäischen Küsten. Die Schweiz kann die Energiewende in ganz Europa massgeblich mit vorantreiben, denn sie bietet optimale Möglichkeiten, überschüssigen Wind- und Solarstrom in Speicherkraftwerken zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen zu können.

Auch innerhalb der Schweiz muss das Stromnetz angepasst werden

Um zukünftig Strom mit dem Ausland austauschen sowie innerhalb der Schweiz verteilen zu können, müssen die Netze sowohl in der Schweiz als auch europaweit massiv ausgebaut werden. Denn die bisherigen Leitungen sind dieser Aufgabe nicht gewachsen.

Für die Schweiz bedeutet das, dass sie sich insbesondere mit ihren Nachbarn besser vernetzen muss. Deshalb ist es nötig, dass die Stromleitungen insbesondere in den Grenzregionen zu Deutschland, Frankreich und Italien ausgebaut werden. Doch auch innerhalb des Landes sind zusätzliche leistungsstarke Stromleitungen notwendig.

Dies erfordert enorme Investitionen. Allein die IWB als lokaler Energiedienstleister investieren jährlich rund 60 Millionen Franken in den Netzausbau. Damit es mit dem Ausbau schnell voran geht, sind laut dem Unternehmen dringend einfachere Bewilligungsverfahren notwendig. Ausserdem fordern die IWB, dass die Langzeitverträge, durch welche Atomstrom aus Frankreich in die Schweiz geleitet wird, aufgehoben werden. Denn das würde zusätzliche Kapazitäten für den Transport von Ökostrom freisetzen.

Die IWB setzen sich aktiv dafür ein, solche Probleme zu lösen und den Netzausbau voranzubringen. Denn laut des Basler Energieversorgers sei nicht nur die Politik gefragt, gute Bedingungen für die Energeiwende zu schaffen, sondern auch die Industrie.

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Quelle: IWB (Industrielle Werke Basel),Text: Leena Heinzelmann