Weltrekord im Photovoltaik-Wirkungsgrad von Schweizer Forschern aufgestellt

Wirkungsgrad und Lebensdauer bestimmen die Qualität der Solarzellen.

Die Qualität der Solaranlage wird über den Wirkungsgrad und über die Lebensdauer definiert. Foto: TEMISTOCLE LUCARELLI / iStock / Thinkstock

An der Eidgenössischen Materialsprüfungs- und Versuchsanstalt für Industrie, Bauwesen und Gewerbe (EMPA) erreichten Dünnschicht-Solarzellen einen rekordverdächtigen Wirkungsgrad von 18,7 Prozent. Dieser Wert nähert sich nahezu der Effizienz der marktführenden Solarzellen. Diese Errungenschaft könnte den Weg für günstigen Solarstrom ebnen. Weitere Vorteile liegen auf der Hand, denn Transport und Installation sind mit leichteren Modulen einfacher zu bewerkstelligen. Ferner wären damit auch Dächer erschliessbar, die zuvor keine Photovoltaikanlage aus statischen Gründen tragen konnten. Die große Biegsamkeit der Dünnschicht-Solarzelle ermöglicht darüber hinaus neue Einsatzgebiete, wie zum Beispiel die Anbringung auf Runddächern oder auf Textilien.

Worauf sollten Verbraucher bei Solarzellen achten?

Derzeit bietet sich für Eigenheimbesitzer der Einsatz von monokristallinen Solarzellen an, da ihnen nur eine begrenzte Dachfläche bereitsteht. Wenige Quadratmeter reichen, damit die tiefblauen Solarmodule ausreichend Strom liefern. Doch neben dem hohen Wirkungsgrad zählt auch die Lebensdauer, die mindestens 20 Jahren beträgt. Deshalb sollten Verbraucher stets auf Qualität achten, bestärkt Professor Baumgartner von dem Institut für Energie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. Solarzellen machen trotz fallender Kosten immerhin zwei Drittel des Gesamtpreises aus. Treten Mängel oder Schäden in der Kunststoffschicht auf, dann verkürzen sie unweigerlich die angesetzte Lebensdauer. Jedoch sind qualitätsmindernde Herstellerschädigungen oder Verunreinigung von Staub beim Kauf kaum festzustellen. Deshalb ist es ratsam, sich zuvor über die AGB des Modulherstellers und dessen Umgang mit Haftungsfragen zu informieren. Nicht immer sind teure monokristalline Panels die beste Wahl. Wer über eine große Freifläche verfügt, hat die Möglichkeit, preisgünstigere Module mit Dünnschicht-Solarzellen aufzustellen. Vor dem Kauf sollten sich Verbraucher in jedem Fall bei einem Solar-Experten informieren.

Bisher ist es noch Zukunftsmusik, doch Forscher erwarten in den nächsten Jahren die Entwicklung von Solarzellen, die einen Wirkungsgrad von 50 Prozent haben. Damit käme die Schweiz ihrem Ziel von 12 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom im Jahre 2025 ein Riesenschritt näher.


Weitere Informationen:

  • swissolar.ch - Swissolar bietet neutrale Energieinformationen in der Schweiz.
  • tuv-pv-cert.de - TÜV Rheinland führt nach internationalen Standards zertifizierte Solarmodule auf.
  • Die Umwelt-Organisation Greenpeace informiert über alle möglichen Solarzellen.

 

 

Quellen: Swissolar, photovoltaik.eu, solarmedia.blogspot.com, Greenpeace, EMPA, AEE, ZHAW, SoE Text: Kerstin Borowiak

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