Silva Semadenis Öko-Sünden

Für welche persönliche Öko-Sünde schämen Sie sich am meisten? Und warum begehen sie diese trotzdem?

Manchmal erlaube ich mir eine Flugreise nach Übersee, das letzte Mal 2005. Die Nationalpärke in Canada und in den USA faszinieren mich, sie führen mich immer wieder in Versuchung.

Angenommen, eine nachhaltigere Gesellschaft wäre nur mit persönlichem Verzicht machbar. Auf was würden Sie verzichten?

Genügsamkeit ist schon heute meine Devise. Auf die Reisen nach Übersee könnte ich verzichten. Ich schätze die Natur auch vor der Haustüre oder dort, wo ich sie mit Zug und Fahrrad erreichen kann.

Was für ein nachhaltiges Produkt oder welche nachhaltige Dienstleistung würden Sie sich wünschen?

Strengere ökologische und soziale Standards für alle Produkte sowie eine bessere Produktedeklaration.

Was wäre Ihr dringendster Wunsch an die Politik zur Förderung einer nachhaltigeren Gesellschaft?

Einen grünen «Marshall-Plan», der umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsformen verwirklicht.

Was planen Sie persönlich in den nächsten 2 Jahren, um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen?

Ich engagiere mich weiterhin persönlich bei Pro Natura und als Bürgerin in dieser Frage. Und: Wir haben in unserem Haus die Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt und wollen nun mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach unseren Strombedarf selbständig decken.

Worin sehen Sie in den kommenden Jahren die grössten Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung?

Die Ressourcen sind nicht unendlich. Wir müssen die Grenzen des Wachstums erkennen und entsprechende, friedliche und gerechte Entwicklungsstrategien umsetzen. Auch in der Schweiz.

Nachhaltige Lösungen haben oft ästhetische Beeinträchtigungen zur Folge, wie zum Beispiel Solarzellen im historischen Stadtbild. Wo sollte man die Grenze ziehen?

95 Prozent der überbauten Flächen gehören nicht zu historischen Stadbildern, für Solaranlagen gibt es in der dicht besiedelten Schweiz somit genug geeignete Standorte.

Wem würden Sie selbst die letzten 11 Fragen gern stellen? Und warum?

Eigentlich müssten alle diese Fragen beantworten. Die Nachhaltigkeit geht uns alle an.

Quelle: pronatura.ch, coopzeitung.ch, sp-gr.ch Text: Lea Schwer

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