Schweizer Parteipräsidenten kämpfen für Brasiliens Tropenwald

In Brasilien könnte ein neuer Gesetzentwurf zum Verlust eines riesigen Gebietes Tropenwald führen. Weil das fatale Folgen für das Weltklima haben kann, kämpfen nun die Schweizer Parteipräsidenten gemeinsam dagegen an. Wie sie das tun und was bei Bewilligung des Gesetzes droht, lesen Sie hier.

Gesetzesänderung gefährdet Tropenwald in Brasilien
72 Hektar Tropenwald könnten durch die Gesetzesänderung gefährdet werden. Photo: © Smithore - Fotolia.com
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Selten ziehen die acht Parteipräsidenten von FDP, GP, SVP, SP, BDP, GLP, CVP und EVP an einem Strick, doch bei diesem Thema sind sich alle einig, dass etwas unternommen werden muss. Eine Gesetzesänderung, über die nächste Woche in Brasilien entschieden wird, könnte nämlich zur Folge haben, dass Millionen von Hektaren wertvollen Tropenwalds dem Kahlschlag zum Opfer fallen.

Die drohende Gefahr hat dazu geführt, dass sämtliche Schweizer Parteipräsidenten sich für einmal zusammenschlossen und einen gemeinsamen Brief unterzeichneten. Darin bitten sie Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, ihr Veto gegen den fatalen Gesetzesentwurf einzulegen.

Vom nachhaltigen Vorbild zum Klimakiller?

In den vergangenen Jahren hat Brasilien mit der Bekämpfung der Entwaldung und der damit einhergehenden Reduktion des Treibhausgas-Austosses weltweit Respekt und Anerkennung erworben. Das Land erlangte eine führende Rolle im Wald- und Klimaschutz und ging mit gutem Beispiel voraus. Doch diese Vorreiterrolle ist nun durch den neuen Gesetzesentwurf ernsthaft in Gefahr, meinen die Schweizer Parteipräsidenten.

Denn die Folgen für das Amazonasgebiet und den weltweiten Klimaschutz wären fatal, sollte dieser Gesetzesentwurf tatsächlich angenommen werden. 76 Millionen Hektar wertvoller Tropenwald könnten gerodet werden um neuen Sojaplantagen und Rinder- Weideflächen Platz zu machen. Bereits gerodete Flächen müssten zudem nicht wie bisher wieder aufgeforstet werden. Dies hätte eine enorme Erhöhung des CO2-Ausstosses zur Folge.

Darum setzt sich inzwischen auch nicht mehr nur die Schweiz für den Schutz des Tropenwaldes ein. Weltweit wächst der Widerstand, sodass Hoffnung besteht, dass der geplante Kahlschlag in letzter Minute noch verhindert werden kann.

Quelle: WWF, Text: Jessica Buschor