Reykjavik soll komplett CO2-frei werden

Die isländische Hauptstadt hat bereits einen geringen CO2-Ausstoss. Bis 2040 will sie aber gar keine Treibhausgase mehr verursachen. Dafür soll sich etwa beim ÖV und Städtebau vieles ändern. Aber auch die Einwohner müssen mitmachen, um das Ziel zu erreichen.

Reykjavik soll komplett CO2-frei werden
Foto: © RudyBalasko / iStock / Thinkstock
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Die Isländer setzen in ihren Gebäuden schon auf klimaneutrale Energien. Geheizt wird in Reykjavik ausschliesslich mit Erdwärme. Und der Strom aus der Dose wird aus Wasserkraft gewonnen. So verursachten die Hauptstädter Islands im Jahr 2013 gerade einmal 2,8 Tonnen CO2 pro Kopf. Zum Vergleich: 2012 gingen 7,7 Tonnen auf das Konto jedes einzelnen Schweizers.

Hauptverursacher von Klimagasen in Reykjavik ist der Verkehr. Deshalb sollen zukünftig nur noch Elektrofahrzeuge durch die Strassen fahren, die mit klimaneutralem Strom betankt werden. Dazu braucht es aber mehr Ladestationen, die idealerweise zuhause, in Parkhäusern oder beispielsweise vor öffentlichen Gebäuden in der Stadt die Batterien der E-Autos füllen.

Zum Plan gehört ein attraktives ÖV-Netz

Zusätzlich soll der öffentliche Verkehr effizienter und so vor allem für Pendler attraktiver werden. Aktuell nutzen gerade einmal 4 Prozent der Einwohner das Angebot. Angestrebt werden bis 2030 mindestens 12 Prozent. Zusätzlich will die Stadt Initiativen lancieren, um den Anteil Fussgänger und Velofahrer auf 30 Prozent zu erhöhen.

Kurze Wege sollen dabei helfen, das Auto stehen zu lassen und auf das Velo oder den Bus umzusteigen. Dafür wird zusätzlich der Grossteil aller neuen Wohnhäuser innerhalb der aktuellen Stadtgrenzen errichtet. Dienstleistungen und Freizeitangebote sollen zudem vermehrt in der Nähe der Wohnquartiere angesiedelt – oder zumindest gut an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen werden.

In den eigenen 4 Wände müsste es noch klimafreundlicher zugehen

Damit der Plan aufgeht, werden aber auch die Einwohner noch mehr als bisher eingebunden. Eine neue Webseite klärt darüber auf, wo Klimagase entstehen und wie die Isländer sie reduzieren können. Auch wird es unter anderem ein Projekt gegen Food Waste geben. Die Einwohner werden ermutigt, sich selbst einen Kompost anzulegen und Nahrungsmittel sollen möglichst lokal produziert werden.

Diese und weitere Massnahmen finden sich im Action Plan «City of Reykjavik’s Climate Policy», den der Bürgermeister Dagur B. Eggertsson am 9. September bekannt gegeben hat. Im Jahr 2020 wird der Massnahmenplan begutachtet und eventuell überarbeitet.

Text: Anja Stettin

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