Zu viel Solarstrom? Warum er Anbietern hohe Verluste einbringt

Um die Energiewende zu erreichen, braucht es Unmengen an Strom aus erneuerbaren Energien. Förderungen tragen deshalb dazu bei, dass immer mehr Photovoltaikanlagen gebaut werden. Zu viel für einige Stromanbieter, die wegen der Pflicht zur Abnahme des Stroms über hohe Verluste klagen.

Ökostrom in der Schweiz: Vor- und Nachteile für Verbraucher
Foto: © almir 1968, iStock, Thinkstock
  • 1

Auf den Schweizer Dächern boomt seit Jahren der Ausbau von Photovoltaikanlagen. 50‘000 Anlagen gibt es hierzulande bereits, wie Swisssolar berichtet (Stand: 2015). Dazu gehören kleine Photovoltaikanlagen auf privaten Hausdächern, aber auch riesige wie die der SBB, die sich derzeit im Bau befindet. Über 18‘000 Quadratmeter soll sie gross werden und damit mehrere Lagerhallen in Chiasso bedecken. Diese Ökostrom-Anlage wird dann die drittgrösste ihrer Art in der Schweiz sein.

Doch das Wachstum an privaten wie gewerblichen Ökostrom-Produzenten bereitet Stromversorgern zunehmend Sorgen, wie der Tagesanzeiger berichtet. Denn, egal ob der Strom wirklich genutzt werden kann oder nicht, durch die kostendeckende Einspeisevergütung sind sie gesetzlich dazu verpflichtet, diesen Strom für 17 bis 30 Rappen pro Kilowattstunde abzunehmen. Alternativ können sie 30 Prozent der Errichtungskosten tragen.

Das hört sich erst mal gar nicht so viel an. Aber alleine das Beispiel der SBB-Anlage zeigt, dass dabei Einiges zusammen kommen kann. Schliesslich soll die Anlage jährlich 900 Familien mit 3,3 Millionen Kilowattstunden Energie versorgen.

Rechnet man die Leistung aller bisher vorhandenen Photovoltaik-Anlagen zusammen, kommt man auf 1'000 Megawatt, wie das Fachmagazin PV-Magazine schreibt. Das ist umgerechnet eine Milliarde Kilowatt Leistung, die es per garantierter Einspeisevergütung zu entlohnen gilt.

Leider, so die Kritik aus den Reihen der Energieversorger, fällt der meiste Strom vom Dach ausgerechnet dann an, wenn die Schweizer bei schönem Wetter Draussen sind, daher nur wenig Strom benötigt wird. Da es heutzutage noch keine ausgereifte Speichertechnologie gibt, verpufft ein Teil des Solarstroms dann oftmals im Nichts. Bezahlt werden muss er trotzdem, weshalb die Stromanbieter über Verluste klagen.

Solartechnologie aus der Schweiz: Viel Potenzial

Hoch innovativ sind die Entwickler und Hersteller von Solarstromanlagen in der Schweiz. Zwar stehen auch sie unter Druck wegen des schwächelnden Euros und der Konkurrenz aus Fernost, doch das Potenzial ist allemal da, um auf dem Weltmarkt erfolgreich zu sein, ist Swissolar überzeugt. Was man so alles mit heutigen Solaranlagen machen kann, das zeigt der Beitrag vom recycelbaren Design-Hausboot mit innovativem Solardach.

Quellen: Swisssolar, Tagesanzeiger.ch, SBB.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann