UN-Klimagipfel: Es braucht Massnahmen für mehr Klimagerechtigkeit

Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in den tropischen Gebieten am stärksten. Auf den Philippinen leiden die Menschen bereits unter heftigen Regenfällen. Auf der UN-Klimakonferenz in Durban ist nun die Umsetzung von griffigen Massnahmen für mehr Klimagerechtigkeit gefragt.

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Die tropischen Gebiete leiden bereits jetzt unter den Folgen des Klimawandels. Die Anzahl an Taifune steigt. Foto: © Bart Kwieciszewski - Fotolia.com.
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Zeitungen titeln: «Philippinen: Taifun Nesat fordert Tote» und Bilder der Fernsehnachrichten zeigen, wie sich die Bevölkerung vor den steigenden Wassermassen in Sicherheit bringen. Nicht zum ersten Mal werden die Philippinen von schweren Regenfällen heimgesucht. Die Anzahl an Taifune nimmt deutlich zu. «Der Klimawandel ist keine ferne Bedrohung, sondern vielerorts schon konkrete Realität», äussert sich die Ökologin Jovelyn T. Cleofe vom Center for Empowerment and Resource Development (CERD). CERD ist eine Organisation, die sich um die Bedürfnisse von Völkergruppen kümmert, welche von der Fischerei leben.

Eine Studie der ETH Zürich belegt die Tatsache, wonach die Folgen des Klimawandels zuerst in den tropischen Gebieten auftreten, auch wenn dort die Erwärmung eher gering ausfällt. Doch in tropischen Gebieten variiert das Klima weniger als in den nördlichen Gefilden. Aus diesem Grund sind Natur und Menschen rund um den Äquator keine grossen Temperaturschwankungen gewöhnt. «Es braucht nicht viel Erwärmung, und diese Regionen finden sich in einem neuen Klima wieder», sagt Reto Knutti vom Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich (Koautor der Studie). Problematisch ist, dass die Entwicklungsländer keine gute Anpassungsfähigkeit haben. Es fehlt an vielem wie Geld, den neusten Technologien und an Wissen, um sich gegen die Folgen der Erderwärmung wappnen zu können.

Hier schaffen die CERD-Experten Abhilfe. Sie gehen in die ärmsten und von der Klimaerwärmung am meisten betroffenen Dörfer. Vor Ort machen sie sich ein Bild der negativen Auswirkungen und erarbeiten mit der Bevölkerung Gegenmassnahmen. Auf den Philippinen beispielsweise kämpfen die Menschen wegen dem erwärmten Ozean gegen einen steigenden Meeresspiegel und gegen grossen Wellengang. Dadurch werden an den Küsten Häuser überflutet, es kommt zu Erdrutschen und Fischschwärme verschwinden. «Fischer können oft nicht aufs Meer fahren und das Einkommen bleibt aus. Die Menschen können sich deswegen nicht mal mehr genug Reis kaufen und müssen Hungerwochen erleben», zählt die Ökologin die Folgen für die Menschen auf. In Zusammenarbeit mit den CERD-Experten pflanzt die betroffene Bevölkerung auf den Philippinen nun Mangroven. «Mangroven bremsen die Wellen, speichern CO2, erhöhen den Fischreichtum und bringen Garnelen und Muscheln zurück», meint Cleofe zu den Vorteilen der Pflanze.

UN-Klimagipfel in Durban: Massnahmen für mehr Klimagerechtigkeit

Dass die negativen Auswirkungen der Klimaerwärmung vor allem die Entwicklungsländer treffen, welche wenig zum Klimawandel beitragen, ist Thema der Klimagerechtigkeit. Und mit ein Grund, weshalb es noch keine globalen verbindlichen Gesetzte zur Reduktion des CO2-Ausstosses gibt. «Solange es nur die anderen trifft, ist man wenig motiviert, etwas anzupacken», meint Klimaforscher Reto Knutti zur Problematik.

Gespannt sieht die Welt nun auf die 17. UN-Klimakonferenz, welche vom 28. November bis 9. Dezember in Durban (Südafrika) stattfindet. Um die 20.000 Experten und Delegierte aus knapp 200 Staaten diskutieren dort mögliche Lösungen. Ganz oben auf der Traktandenliste stehen die Verlängerung des 2012 auslaufenden Kyotoprotokolls und das Thema Klimagerechtigkeit.

CERD-Expertin Jovelyn T. Cleofe fordert mehr Verantwortungsüberahme seitens der entwickelten Länder: «Die reichen Länder haben viele der Umweltgefahren und Risiken verursacht und müssen sich nun ernsthaft um Besserung bemühen. Nur sie besitzen die Technologie, die Forschung und wenn sie selbst wollen auch die Finanzmittel, um die CO2-Ausstöße zu verringern. Es geht hier nicht nur um die Zukunft der Menschheit, sondern um die des Planeten.»

Quelle: pressetext.com, Sonntags Zeitung , Text: Lea Schwer