Energiereiches Braunwald

Im Jahre 2020 wird in Braunwald kein Liter Heizöl mehr zum Heizen verbrannt, wenn die neue Destinationsstrategie von Braunwald Klausenpasstourismus erfolgreich umgesetzt wird. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, wird in Braunwald derzeit angeregt diskutiert. Das Projekt «Energiereiches Braunwald» wurde im Mai 2012 der Bevölkerung vorgestellt und im Sommer stand der Leiter der Energiefachstelle des Kantons Glarus, Fritz Marti-Egli, den Braunwalder am Dorfmarkt für Fragen zur Verfügung.

Energie sparen im Tourismus: Braunwald heizt nachhaltig
Energieberatung am Dorfmarkt in Braunwald. Bild: Energiefachstelle des Kantons Glarus.
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Das Interesse ist gross – über sechzig Hausbesitzer meldeten sich für eine Energieberatung an. Die «Energiecoaches» des Kantons haben bis heute rund die Hälfte der Anfragen bearbeitet. Bei den Sportbahnen und zahlreichen Hotels liegen bereits erste Energiekonzepte vor. 2013 können die ersten Massnahmen umgesetzt werden.

«Energiereiches Braunwald» steht nach Auskunft des Projektleiters Thomas Eichenberger vor allem für ein innovatives touristisches Angebot. Ein zukunftsfähiges Angebot in Braunwald muss auf dem neusten Stand sein – auch in Bezug auf Energieeffizienz und Klimaschutz. Braunwald will zusammen mit anderen Destinationen im Projekt «Klimaschutz Hier + Jetzt» im Programm zur Förderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau im Tourismus (Innotour) diesen Weg beschreiten.

Die Ausgangslage in Braunwald ist jedoch nicht ganz einfach. In Braunwald werden heute rund 11 Tonnen CO2 pro Einwohner verursacht, deutlich mehr als im Schweizer Durchschnitt. Ursachen sind neben den langen und kalten Wintern vor allem der Zweitwohnungsbestand und das relativ hohe durchschnittliche Alter der Häuser. Es gibt also viel zu tun. Beim Heizöl anzufangen ist sicher eine naheliegende und wirksame Massnahme. 42% aller CO2-Emissionen entstehen heute durch die Verbrennung von Heizöl und ein relativ kleiner Teil des Gebäudebestands ist dafür verantwortlich. Beim Ersatz der Heizölbrenner muss aber unbedingt auch die Gebäudehülle auf den besten Stand der Technik gebracht werden. Weiter ist Handlungsdruck zu erwarten durch ein mögliches Verbot von Elektroheizungen infolge der neuen Energiepolitik des Bundes.

Der Kanton Glarus bietet den Braunwaldern Hand im Prozess der Erneuerung ihrer Heizwärmeversorgung. Neben der Gebäudesanierung steht vor allem die Sonnenenergienutzung im Zentrum der Förderung. Dabei muss für jedes einzelne Haus je nach Lage, Nutzung und Bausubstanz die optimale Lösung gefunden werden. Diese Aufgabe haben nun die „Energiecoaches“ übernommen. Gleichzeitig soll ein kluges und sorgfältig durchdachtes Gesamtkonzept für Braunwald entwickelt werden. Dabei gehen die Sportbahnen und die Hotelbetriebe voran. Die enge Zusammenarbeit mit den Ferienhausbesitzern und der Bevölkerung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Es herrscht Aufbruchstimmung in der kleinen Feriendestination auf der Sonnenterasse im Glarnerland.