Umwelt: Wichtig in Wirtschaft und Gesellschaft

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Die Umwelt gewinnt in der Wirtschaft an Bedeutung und somit auch in der Ausbildung an der Uni. Foto: chuyu / iStock / Thinkstock

Oder es werden neue grenzüberschreitende Studiengänge geschaffen. Die Universität St. Gallen (HSG) beispielsweise besitzt als erste Hochschule weltweit einen Lehrstuhl für «Management Erneuerbarer Energien». Dabei wird erneuerbare Energie aus betriebswirtschaftlicher Perspektive betrachtet, wie Rolf Wüstenhagen als Professor des Lehrstuhls erklärt. «Einerseits erforschen wir innovative Geschäftsmodelle, damit Investoren erneuerbare Energien finanzieren.

Andererseits soll in der Lehre den Studierenden die nachhaltige Entwicklung näher gebracht werden.» Dabei erhalten die Studenten die Möglichkeit, sich mit dem Thema in Wahlpflichtfächern und Praxisprojekten zu beschäftigen. Sie können auch ihre Bachelor- oder Masterarbeit auf diesem Gebiet schreiben. «Diese Möglichkeiten werden auch genutzt, denn die Studierenden sorgen sich um ihre Umwelt», so Wüstenhagen. Er ist überzeugt, dass das Thema Nachhaltigkeit weiterhin topaktuell bleiben wird. «Manche HSG-Absolventen werden nämlich eine einflussreiche Position in der Wirtschaft einnehmen. Auch bergen nachhaltige Technologien enorme Marktchancen, die es zu nutzen gilt.»

An der Universität Basel läuft schon seit längerem der interfakultäre Master in «Sustainable Development (MSD)». Gemeinsam bieten ihn die Philosophisch-Historischen, die Philosophisch-Naturwissenschaftliche und die Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an. Den Studierenden sollen die vielfältigen Dimensionen der Umweltproblematik des menschlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Handelns aufgezeigt werden. Europäische Umweltpolitik steht genauso wie Biogeochemie auf dem Stundenplan.

Architekten: Raum-Entwicklung planen

Das Institut für Nachhaltige Entwicklung (INE) der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW www.ine.zhaw.ch)  befasst sich mit der technologischen und ökologischen Zukunft unserer Gesellschaft. Dabei konzentriert sich das Institut auf die gesellschaftlichen Bedingungen. «Wir müssen gesellschaftliche Rahmenbedingungen schaffen, um die Nachhaltigkeit als Ganzes abzudecken», erklärt Erich Renner, Wirtschaftsgeograf und Dozierender beim INE. Zurzeit arbeitet Renner zusammen mit dem Architektenverein SIA und den Hochschulen Luzern und Rapperswil an einem Projekt zur nachhaltigen Raumentwicklung. In den letzten 50 Jahren sei in der Schweiz diesbezüglich viel schief gelaufen, meint Renner. Deshalb sei wichtig, dass man bei der Raumplanung verschiedene Interessen mit einbeziehe. «Denn wenn Menschen mit verschiedenen Interessenlagen in Projekte einbezogen werden, kommen sie eher zu Lösungen, die die eigenen Ressourcen nicht zerstören.» Und damit, so Renner weiter, würden sie fast automatisch nachhaltige Raumentwicklung betreiben. Ein Beispiel dafür, dass das Thema nicht in eine Fakultät zu stecken ist, sondern umso besser aufgehoben ist, desto breiter es angelegt wird.

Text: Marielle Moser

Nützliche Links:

  • Nachhaltiges Bauen an deutschsprachigen Hochschulen: www.oekosiedlungen.de
  • Master in nachhaltigem Bauen an Schweizer Fachhochschulen: www.enbau.ch
  • Studium für Energie- und Umwelttechnik der Fachhochschule Nordwestschweiz: www.fhnw.ch