Ausbildung: Umwelt-Schutz und Nachhaltigkeit im Beruf

Vielen Schulabgängern liegen Umwelt und Natur am Herzen. Doch sind das die richtigen Kriterien für die Suche nach einem Beruf? Jein, denn die Nachhaltigkeit ist mittlerweile in fast jeder Ausbildung zum Thema geworden. Vor allem Fachkräfte in der Cleantech-Wirtschaft sind gesucht.

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Den Gedanken der Nachhaltigkeit findet man heute in fast allen Ausbildungsbereichen. Foto: Lisa F. Young / iStock / Thinkstock
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Früher wurde derjenige, der sich für Natur und Umwelt interessierte, einfach Förster. Heute zieht sich der nachhaltige, grüne Gedanke durch fast alle Ausbildungsbereiche. «Davon sind vom Sanitärmonteur bis zum Umweltberater branchenübergreifend viele Berufszweige betroffen», sagt Katharina Steiner, Berufs- und Laufbahnberaterin des Kantons Luzern. Gerade in der Technologie, im Produktverfahren und im Dienstleistungssektor werde Nachhaltigkeit zunehmend wichtiger. Dabei sind vor allem Kompetenzen im Cleantech-Bereich gefragt, wie eine Situationsanalyse des Bundes im Rahmen des Masterplans Cleantech feststellt: Die Verfügbarkeit von Fachkräften und Personen mit Managementfähigkeiten zählt für Cleantech-Unternehmen zu den wichtigsten Faktoren für Innovationen und bildet damit die grundlegende Voraussetzung für Erfolg auf dem Markt. Bei Mechaniker/innen, Bautechniker/innen und im Bauhauptgewerbe suchen Cleantech-Unternehmen bald händeringend Mitarbeiter. Obwohl die Betriebe oft Personen mit fachfremden Qualifikationen beschäftigen, bekunden in einer Befragung 65 Prozent der Cleantech-Unternehmen Schwierigkeiten, neue Fachkräfte zu rekrutieren.

Nachhaltigkeit in der Ausbildung

Schon in der Berufsbildung ist Nachhaltigkeit zum festen Bestandteil des Unterrichts geworden. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) weist darauf hin, dass bei jeder Realisierung oder Revision einer Prüfungsordnung Nachhaltigkeits- oder Umweltschutz-Anliegen berücksichtigt werden. Geht eine Bildungsverordnung in die Vernehmlassung, haben interessierte Kreise die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. So wie das Bildungszentrum WWF, das in Bezug auf Nachhaltigkeit federführend wirkt. «Seit dem neuen Berufsbildungsgesetz prüfen wir bei jeder Bildungsverordnung, ob nachhaltige Werte ausreichend integriert werden», sagt Manuschak Karnusian, Medienverantwortliche des Bildungszentrums WWF. «Dabei überprüfen wir, ob im Lehrplan steht, dass Bäckerlehrlinge auch über Biomehl Bescheid wissen müssen. Oder Kosmetikerinnen über die schädlichen Auswirkungen von Palmöl informiert werden, das bis heute in manchen Kosmetika zu finden ist.» Karnusian betont, dass Nachhaltigkeit in jeden Beruf verankert werden muss.

Dagegen glaubt sie nicht, dass mit dem Trend zur Nachhaltigkeit neue Berufe wie Pilze aus dem Boden schössen. Auch wenn es mittlerweile zwei eidgenössische Berufsprüfungen gibt, die direkt in Zusammenhang mit der nachhaltigen Entwicklung stehen: UmweltberaterIn mit eidgenössischem Fachausweis sowie Natur- und Umweltfachfrau/-mann mit eidgenössischem Fachausweis.