Erneuerbare Energie: Basel rüstet trotz Überschuss weiter auf

Basel hat bereits eine Vorreiter-Position in der Stromproduktion. Der gesamte Strombedarf wird durch Eigenproduktion gedeckt und ist zu 100 Prozent erneuerbar. Inzwischen produziert der Kanton sogar mehr Strom als er tatsächlich braucht. Trotzdem will Basel weiter aufrüsten.

Basel produziert erneuerbaren Strom.
Basel deckt den Energiebedarf mit erneuerbarem Strom aus Eigenproduktion. Foto: © Stockbyte/Thinkstockphotos
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Trotz Entwicklung hin zur 2000 Watt-Gesellschaft wird zukünftig mehr Strom als bisher verbraucht werden. Zum einen nimmt der Stromverbrauch durch das Bevölkerungswachstum jährlich um ein bis zwei Prozent zu. Zum anderen werden durch die angestrebte Reduktion des CO2-Ausstosses immer mehr Autos und sonstige Maschinen statt mit herkömmlichem Treibstoff mit Strom betrieben. Trotz Energiesparbemühungen wird es so einen Mehrbedarf geben, der abgedeckt werden muss.

Anlagen in Nachbarländern sichern nachhaltige Stromversorgung

Die IWB wollen zur Deckung des ansteigenden Strombedarfs 300 Millionen Franken investieren. Verschiedene kleine Projekte sind in der Region Basel geplant. Das Augenmerk liegt jedoch auf Windparks und Solarkraftwerken in den Nachbarländern Deutschland und Frankreich, sowie in Spanien. Im Ausland ist die Produktion effizienter und kostengünstiger. Zudem sind die Rahmenbedingungen in der Schweiz nicht optimal. Der Platz sei zu knapp und die Auflagen zu hoch, verdeutlicht Thomas Kiehl im Ökoenergie-Blog «die-energie-bin-ich».

Der Ausbau von erneuerbaren Energiequellen im Ausland bringt jedoch einige Schwierigkeiten mit sich. Bisher waren die Stromnetze auf Grosskraftwerke der Umgebung ausgerichtet. Inzwischen wird jedoch vermehrt auf erneuerbare Energiequellen gesetzt, wie Windenergie und Solaranlagen. Diese werden an Standorten mit optimalen Bedingungen, wie zum Beispiel in Küstenregionen gebaut. Dadurch verlagern sich die Stromnetze vermehrt in Randgebiete. Der Ausbau neuer, effizienterer Hochspannungsleitungen spielt dabei eine zentrale Rolle. Die verbesserten Leitungen können den Strom über lange Strecken mit weniger Verlust transportieren. Zudem erlaubt es den Transport bei gleicher Menge, aber kleinerer Anzahl an Leitungen. Darum setzen sich die IWB neben dem Ausbau erneuerbarer Energien auch für eine Aufrüstung der Hochspannungsleitungen in Europa ein. Bisher war die Schweiz ein Knotenpunkt in Europas Energietransport und das soll laut Thomas Kiehl auch in Zukunft so sein. «Die Schweiz soll weiterhin eine Drehscheibe im europäischen Netz bleiben – dank ihrer zentralen geografischen Lage und ihren Speicherseen» betont er im Ökoenergie-Blog «die-energie-bin-ich».

Basel beweist – Öko-Strom muss nicht teuer sein

Während der Strom in anderen Teilen der Schweiz oft hohe Anteile aus nicht erneuerbaren Quellen aufweist, ist der Strom der Industriellen Werke Basel (IWB) zu 100 Prozent erneuerbar. Zudem liefert Basel den Beweis, dass Öko-Strom nicht teuerer sein muss als herkömmlicher. Die Strompreise liegen in der Region Basel sogar leicht unter dem Durchschnitt der Schweizer Stromspreise.

 

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Quelle: die-energie-bin-ich.ch Text: Jessica Buschor