Unterwegs zur «2000-Watt-Gesellschaft»

Basel-Stadt will die Erderwärmung abbremsen helfen. Im Rahmen des ETH-Programms «Novatlantis» dient der Kanton als Pilotregion für die «2000-Watt-Gesellschaft». Es geht um Mobilität, Bauen, Raum und Ressourcen und um gesellschaftliche Veränderungen.

Um das Klima zu schützen muss man Energie sparen.
Energie sparen hilft das Klima zu schützen.
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Zu warm, zu kalt, Regen, Sonne, Wind, Wolken - das Wetter ist ein beliebtes Gesprächsthema. Der Mensch ist vom Wetter direkt betroffen. Und auch von der Gesamtheit aller meteorologischen Vorgänge, vom Klima. Beeinflussen kann er beides nicht. Oder doch? Beim Klima sind sich die Wissenschaftler fast durchwegs einig, dass die globale Durchschnittstemperatur seit der vorindustriellen Zeit durch menschliches Einwirken angestiegen ist, vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Eine Erderwärmung von über zwei Grad Celsius wird unvorhersehbare klimatische Prozesse auslösen. Die nationale und internationale Klimapolitik setzt sich deshalb für eine nachhaltige Entwicklung ein. Nachhaltig ist eine Entwicklung, wenn die heutige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu schmälern.

Den Leistungsbedarf senken

Der Mensch verbraucht für seine Aktivitäten wie Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Produktion im globalen Durchschnitt rund 17500 Kilowattstunden Energie pro Jahr. Das ergibt eine kontinuierliche Leistung von rund 2000 Watt. Doch viele Industrieländer verbrauchen ein Mehrfaches davon. In der Schweiz sind es 6000 Watt. Das energiepolitische Modell «2000-Watt-Gesellschaft » des ETH-Programms «Novatlantis» sieht vor, den Leistungsbedarf schrittweise auf 2000 Watt zu senken. Umgekehrt sollen Länder etwa in Afrika und Asien, die weit unter 2000 Watt verbrauchen, eine Entwicklungschance erhalten und ihren Leistungsbedarf steigern dürfen.

Der Wille zu einem globalen Ausgleich ist vielerorts vorhanden. Auch die Schweiz ist bereit, ihren hohen Leistungsbedarf einzuschränken. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt hat im Legislaturplan 2009-2013 die «2000-Watt- Gesellschaft» als Leitmotiv festgelegt. «Basel nimmt eine Vorbildfunktion ein», sagt Dominik Keller, Leiter Koordinationsstelle Umweltschutz beim Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt AUE, und nennt Beispiele: «Bei den Gebäuden gehen im Energiebereich die Anforderungen in Basel über die Mustervorschriften der Kantone hinaus. Basel-Stadt ist der einzige Kanton mit einer Förderabgabe beim Strom. Mit der Solarstrombörse verpflichten sich die IWB, Solarstrom zu kostendeckenden Preisen entgegenzunehmen und ins Netz einzuspeisen.»

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