Internetnutzung: Soviel Strom verbrauchen Sie im World Wide Web

Mehr als 50 Prozent aller Schweizer nutzen das Internet täglich und mit grosser Selbstverständlichkeit. Da Sie diesen Artikel in diesem Moment höchstwahrscheinlich im Netz lesen, gehören auch Sie zu dieser Mehrheit. Wie viel Strom Sie dabei verbrauchen, erfahren Sie hier.

Das Internet hat einen sehr hohen Strombedarf.
Wussten Sie, dass Ihr Internetanschluss so viel Strom verbrauchen kann? Foto: © MWiner - Fotolia.com
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Computer sind bereits seit geraumer Zeit keine Fremdkörper mehr in unseren Häusern. Gemäss Bundesamt für Statistik gehört der Computer lediglich in jedem vierten Schweizer Haushalt nicht zum Inventar. Klar, dass der Stromverbrauch der allgegenwärtigen Rechner mittlerweile nicht mehr zu übersehen ist, bemerkt Thomas Kiehl im Ökoenergie-Blog für Basel die-energie-bin-ich.ch.

200 bis 300 Kilowattstunden Strom verbraucht ein einziger Computer inklusive aller angeschlossenen Geräte in einem Durchschnittshaushalt. So wird im Jahresschnitt ein Zehntel des Stroms von einem einzigen Heimcomputer verbraucht.

Die Zahlen werden aber noch weitaus grösser, sobald die eigenen vier Wände verlassen und die Weiten des Internets betreten werden. Die Internetnutzung impliziert den Gebrauch einer weiteren Infrastruktur, beschreibt Thomas Kiehl auf die-energie-bin-ich.ch. Und zwar den von riesigen Rechenzentren, die überall auf der Welt verteilt sind und unsere gewaltigen Informationsmengen speichern und kontinuierlich abrufbar machen.

Greenpeace schätzte in einer Studie, dass der Stromverbrauch der Internet-Datenübertragung im Jahr 2007 bei rund 623 Terawattstunden (TWh) lag. Das ist rund zehnmal so viel, wie die Schweiz in einem Jahr an Strom verbraucht. Bis 2020 werde die verbrauchte Strommenge um mehr als das Dreifache ansteigen, so Greenpeace. Schon allein Google, die Mutter aller Suchmaschinen, nahm 2007 2,26 TWh in Anspruch. Angaben von Google zufolge, werde dabei in gewisser Weise dennoch Energie gespart und die Umwelt geschont. Schliesslich habe man ja früher für dieselben Informationen, die Google heute nach wenigen Klicks liefert, womöglich mit dem Auto in eine Bibliothek fahren müssen.

Die genannten Rechenzentren haben nicht nur wegen ihrer konstanten Speicherarbeit einen riesigen Strombedarf, sondern auch wegen der unerlässlichen Kühlung. Die verbrauchte elektrische Energie, die fast vollständig in Wärme umgewandelt wird, würde ohne leistungsfähige Kühlsysteme innert kürzester Zeit irreparabel beschädigt werden. Der hierfür aufgewendete Strom beträgt wiederum etwa gleich viel wie die Datenübertragung selbst, so Thomas Kiehl.

In der Schweiz nimmt die Nutzung des Internets so stark zu, dass der Bedarf an Rechenzentren laut einer Studie von Credit Suisse jährlich um 20 Prozent ansteigt. Mit gutem Beispiel voran geht das neue «DataCenter» des Internet-Providers green.ch mit Sitz im Aargauischen. Ende März 2011 fand der erste Spatenstich für das Rechenzentrum statt, das mit fortschrittlicher Technologie und bestmöglicher Energieeffizienz einen neuen Massstab für nachhaltige Datenspeicherung setzen will.

Mehr zu Stromversorgung erfahren Sie auf die-energie-bin-ich.ch, dem Ökoenergieblog für Basel.

Text: Sabrina Stallone

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