Energiewende macht Netzausbau in Europa dringend nötig

Um Europa zukünftig mit erneuerbaren Energien versorgen zu können, muss das Stromnetz massiv aus- und umgebaut werden. Das erfordert gute Zusammenarbeit von Seiten der Politik, aber auch von den Energieunternehmen.

Energiewende: Nezausbau in Europa ist unbedingt nötig
Eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien braucht bessere und effizientere Netze in ganz Europa. Foto: © iStockphoto / Thinkstock
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Umweltfreundliche Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse boomt in Europa. Doch allein mit mehr Ökostrom ist die Energiewende nicht zu schaffen. Was es für eine Versorgung mit umweltfreundlichem Strom ebenfalls braucht, ist ein Transportnetz, das auf die Besonderheiten der erneuerbaren Energien ausgerichtet ist.

Energiewende überfordert heutiges Stromnetz

Für die zukünftige Energieversorgung muss Strom von besonders wind- und sonnenreichen Gegenden über grosse Entfernungen dorthin transportiert werden, wo er benötigt wird. Aber nicht nur die enormen Distanzen, sondern auch die schwankende Produktion stellt die Netze vor Herausforderungen.

Erneuerbare Energie lässt sich nicht per Knopfdruck steuern. Da nicht immer gleich viel Sonne scheint oder Wind weht, unterliegt die Stromproduktion vieler erneuerbarer Energien grossen Schwankungen. Fliesst mehr Strom, als aktuell benötigt wird, müssen die überschüssigen Mengen zu oft weit entfernten Pumpspeicherkraftwerken geleitet werden, die Energie speichern und bei Bedarf wieder einspeisen können.

Die derzeitigen Versorgungsnetze sind diesen neuen Herausforderungen nicht gewachsen, denn sie sind weder auf schwankende Strommengen, noch auf den Transport quer durch Europa ausgelegt. Bis auf wenige Ausnahmen versorgen sie ihre Kunden bisher lediglich regional mit Energie und schaffen es nur, den Stromtransport innerhalb eines Landes sicher zu stellen.

Netzausbau braucht Investitionen und Zusammenarbeit

Die derzeitigen Netze so auszubauen, dass sie ihren neuen Aufgaben gewachsen sind, lässt sich nicht über Nacht realisieren. Wie schnell der Ausbau voran kommt, hängt unter anderem davon ab, wie stark die Politik ihn antreibt. Energiedienstleister wie die IWB (Industrielle Werke Basel) sehen aber auch Netzbetreiber und Energieunternehmen in der Pflicht, sich aktiv einzubringen. Gemeinsam mit den Behörden müssen zum Beispiel einfachere Bewilligungsverfahren für den Netzausbau erarbeitet werden, fordert das Basler Unternehmen in seinem Geschäftsbericht. Ausserdem sprechen sich die IWB dafür aus, von staatlicher Seite festzusetzen, dass sich Investitionen in die Transportnetze durch eine gesicherte Rendite auszahlen.

Die Absicherung der Investitionen würde den Netzausbau für Anleger attraktiver machen und dadurch vorantreiben. Und Investoren braucht es, denn der Ausbau der Netze ist sehr kostspielig. Besonders teuer sind die neuen Hochspannungsleitungen, die Strom mit geringen Verlusten über weite Strecken transportieren sollen.

Ausserdem soll das gesamte Stromnetz durch sogenannte «Smart Grids» besser koordiniert werden. Die intelligenten Netze können den aktuellen Strombedarf erkennen und sorgen so selbständig für eine ausgeglichene Stromversorgung.

Die Europäische Kommission schätzt, dass bis 2020 die Summe von einer halben Billion Euro in das europäische Energiesystem fliessen muss. Allein die IWB als regionaler Versorger investieren jedes Jahr rund 60 Millionen Franken in ihre Netze. Bis 2015 werden es insgesamt 280 Millionen Franken sein.

Ausbau der Netze: ein europäisches Gemeinschaftsprojekt

Die enormen Kosten des Netzausbaus machen deutlich, dass eine umweltfreundliche Energieversorgung in Europa nur realisiert werden kann, wenn sie gemeinsam angepackt wird. Dafür braucht es sowohl den Ausbau erneuerbarer Energien und verbesserter Speichermöglichkeiten, als auch den Umbau der Transportnetze.

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Quelle: IWB (Industrielle Werke Basel),Text: Leena Heinzelmann

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