Warum Sie «Stolz auf Schweizer Holz» sein sollten

Wussten Sie, dass während Sie diesen Vorspann lesen, in Schweizer Wäldern ein Holzwürfel von zwei Metern Kantenlänge wächst? Das Schweizer Holznutzungspotential ist riesig, wird aber nicht vollständig genutzt. Deshalb startete das Bundesamt für Umwelt die Aktion «Stolz auf Schweizer Holz».

Mit Schweizer Holz bauen und heizen - mit gutem Gewissen.
Schweizer Holz kann mit gutem Gewissen verbaut, verschreinert oder zur Energiegewinnung genutzt werden.  Foto: © Smileus / iStock / Thinkstock
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«Holz ist ein einheimischer Rohstoff, der mit gutem Gewissen genutzt werden darf», erklärt das Bundesamt für Umwelt den Grund für die Lancierung der Aktion «Stolz auf Schweizer Holz». Der Rohstoff ist vielfältig einsetzbar: Er kann verbaut, verschreinert oder auch als Wärmeenergiequelle genutzt werden. Deshalb will man mit dieser Aktion die Bevölkerung für eine intensivere Waldnutzung sensibilisieren.

Besonders in der Waldwirtschaft, die schweizweit rund 5'000 Fachleute beschäftigt, will das Bundesamt das Interesse wecken. Die nachhaltige und konsequente Pflege des Schweizer Waldes kann von den Erträgen der Holznutzung alleine nicht finanziert werden. Deshalb will das Bundesamt für Umwelt, Waldeigentümer, Gemeinden und die Kantone auffordern, sich finanziell daran zu beteiligen. Mit nachhaltiger Waldpflege produziert die Waldwirtschaft nämlich nicht nur qualitativ hochwertiges Holz und sorgt für ein schönes, naturnahes Landschaftsbild, sondern leistet auch einen grossen Beitrag im Klimaschutz.

Oft denkt der Bürger und Waldliebhaber, Waldnutzung heisse gleich rücksichtsloser Kahlschlag und langfristige Zerstörung unserer Wälder - das Bundesamt für Umwelt will mit «Stolz auf Schweizer Holz» diese Annahme berichtigen. Eine nachhaltige Waldnutzung generiert Biomasse für Energieversorgung und macht Platz für gesunden, starken Jungwuchs.

Holznutzung verringert den CO2-Ausstoss

Das Holznutzungspotential in der Schweiz wird nicht genutzt.

Das Schweizer Holznutzungspotential ist gross, wird aber von Privaten und Unternehmen unternutzt.  Foto: © LianeM - Fotolia.com

Eine Studie des Bundesamtes für Umwelt BAFU aus dem Jahr 2009 besagt, dass «eine optimierte Nutzung des nachwachsenden Holzes den nachhaltigsten Effekt für die Verbesserung der CO2-Bilanz ergibt». Deren Voraussage ist, dass die Holzanwendung, vor allem im Bauwesen, bis 2025 acht Millionen Tonnen an CO2-Emissionen vermeiden könne. Auch verbautes Holz speichert den in der Photosynthese gebundenen Kohlenstoff noch für Jahrzehnte.

Die Energieeinsparung erfolgt auf zwei Seiten. Einerseits braucht die Herstellung und Verarbeitung von Holz relativ wenig Energie, andererseits ist Holz eine bei der Entsorgung verwertbare Biomasse, die zum Heizen genutzt werden kann.

Holz ist Energie, die in nachhaltigen Wäldern wächst

Für die in der Schweiz angestrebte 2000-Watt-Gesellschaft sollte eine intensivere Holznutzung also unbedingt unterstützt werden. Wenn unsere Energiepolitik in den nächsten Jahrzehnten klar und konsequent erneuerbare Energien fördern will und eine Umstellung der Versorgung und des Konsumverhaltens beabsichtigt, ist das Heizen mit Holz die richtige und vor allem eine realistische Wahl.

Das Umsteigen auf Holz als Wärmequelle ist in der Schweiz problemlos durchführbar. Der landesweite Brennholzverbrauch könnte leicht von 3.7 Millionen Kubikmeter auf 7.5 verdoppelt werden, trotz des herrschenden Waldgesetzes. Dieses besagt, dass im Jahr nur die Menge an Holz genutzt werden kann, die auch jährlich wieder nachwächst. Für diese nachhaltige Verwendungsstrategie, die den umweltschädlichen Kahlschlag von Waldgebieten verhindert, wird die Schweiz zwar international gelobt, zur eigentlichen Anwendung kommt es aber derzeit nicht.

Holz begleitet uns durch das Leben

Das Bundesamt für Umwelt versucht mit der aktuellen Aktion «Stolz auf Schweizer Holz» Privaten und Unternehmen die Nutzung von Schweizer Holz schmackhaft zu machen. Holz als nachhaltigen, Schweizer Rohstoff preisen sie mit dem Motto an: «Holz begleitet uns ein Leben lang». Den TV-Spot, der seit dem 31. Oktober auf Sendung ist und bald auch in die Schweizer Kinowerbung eingebaut wird, sehen Sie auf www.stolzaufschweizerholz.ch unter der Rubrik «Film». Ab Februar 2012 folgt vom BAFU ein umfangreicher Plakataushang in der ganzen Schweiz mit prägnanten Aussagen zur Holznutzung.

Text: Sabrina Stallone Quelle: BAFU