Solarzellen-Preise senken: Stromverkauf und Förderungen

Wer mehr Strom produziert als er selbst benötigt, kann diesen in das öffentliche Netz einspeisen.

Der Überschuss an produziertem Strom kann gegen eine Einspeisevergütung ins öffentliche Netz gebracht werden. © mitifo / iStock / Thinkstock

Wer den Strom nicht selber verbraucht, kann diesen ins öffentliche Netz einspeisen. Die Energieversorger sind in jedem Fall verpflichtet, den Strom mindestens zu den Gestehungskosten abzunehmen. Doch damit ist es selten möglich, die vollen Investitionskosten abzudecken. Idealerweise kann man die Ökoenergie an der Solarstrombörse von Elektrizitätswerken verkaufen oder die Einspeisevergütung (KEV) nutzen. Für beide Möglichkeiten gibt es jedoch lange Wartezeiten. Wer die KEV für 25 Jahre in Anspruch nehmen möchte, muss die Anlage vor dem Bau bei Swissgrid anmelden. Viele warten mit der Installation bis sie die Zusage erhalten. Wer dennoch baut, baut auf eigenes Risiko. In der Wartezeit kann man den Strom zum konventionellen Preis verkaufen. Dabei läuft jedoch entsprechend die Förderungszeit ab. Wer beispielsweise drei Jahre auf die Zusage wartet, verkauft Solarstrom für wesentlich weniger Rappen und hat keinen Anspruch auf eine rückwirkende «Ausgleichszahlung». Nach der Bewilligung steht dem Anlagenbesitzer die Einspeisevergütung für noch 22 Jahre zu. Von Vorteil ist, dass die Höhe der KEV vom Bautermin abhängt. Damit fällt die Vergütung in diesem Fall entsprechend höher aus, da die KEV jährlich um mindestens acht Prozent sinkt, so auch 2012. In den letzten zwei Jahren fielen die Marktpreise besonders stark, deshalb reduzierte sich die Einspeisevergütung um jeweils 18 Prozent.

Inzwischen ist jedoch klar, dass das KEV in dieser Form abgeschafft werden soll. So könnte der Deckel wegfallen oder stattdessen Subventionsbeiträge für den Solaranlagenbau eingeplant werden. Fest steht, dass man den Solarstrom in der Schweiz fördern muss. Sonst wird vermutlich das Ziel für 2030 verfehlt, die regenerative Stromerzeugung im Vergleich zum Jahr 2000 um mindestens 5.400 Gigawattstunden jährlich zu erhöhen. Dazu wird die Photovoltaik einen grossen Beitrag leisten - wenn die Fördersituation künftig geklärt ist.

Linktipps

  • Rechner - Der WWF-Solarrecher gibt einen ersten Eindruck, ob sich eine Solarstromanlage lohnt.
  • Übersicht Solarförderung - swissolar informiert in einer Übersicht über alle kantonalen Fördermittel.
  • Fachstelle für Energiefragen - Erste Informationen erhält man über eine Fachstelle für Energieberatung.

 

 

Quellen: AEE, Swissolar, BFE, Wikipedia, OpenPR, SF; Text: Kerstin Borowiak

Wie in naher Zukunft noch kostengünstigere Solarzellen entstehen können, erfahren Sie im folgenden Beitrag: