Solarzellen-Preise: So viel zahlen Sie für eine Solaranlage

Die Schweiz ist ein sonniges Land, doch bisher wird die Sonnenenergie noch nicht optimal genutzt. Das soll sich künftig ändern, weshalb mehr Privatpersonen Solarstromanlagen bauen müssten. Doch viele zögern, weil sie nicht wissen, wie hoch die Solarzellen-Preise sind und welche Fördermittel es gibt.

Die Preise für Solarzellen sind in der Schweiz in den letzten Jahren immer weiter gesunken.
Solarzellen lohnen sich immer öfter, da die Preise in den letzten Jahren rapide gesunken sind. Foto: © Guenter Guni / iStock / Thinkstock
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Betrachtet man allein die Sonneneinstrahlung, dann ist die Schweiz für Photovoltaik gut geeignet. Wenn man jedoch die derzeitige Fördersituation mit einbezieht, sieht die Sachlage weniger sonnig aus. Mehr als 10.000 Solarstromanlagen werden aufgrund unsicherer Finanzierung nicht gebaut, obwohl die Solarzellen-Preise in den letzten Jahren rapide sanken. Um den Ausbau Erneuerbarer Energien nicht weiterhin zu behindern, beschloss der Schweizer Nationalrat den Deckel der Einspeisevergütung (KEV) aufzuheben. Das vereinfacht den Bau von rentablen PV-Anlagen. Deshalb interessieren sich wieder mehr Hausbesitzer für Solarstrom und suchen Informationen über Solarzellen-Kosten.

Solarzellen: Preise fallen immer mehr in der Schweiz

Die Preise für Solarmodule sinken weltweit, so auch in der Schweiz. Das begründet sich im technologischen Fortschritt, der zunehmend effizienten Fertigungsmethoden sowie einer langsam rückläufigen Nachfrage. Davon profitieren auch Schweizer Solarkunden. 2010 sank der Preis für eine schlüsselfertige Solarstromanlage um knapp 24 Prozent, bestätigt eine Photovoltaikumfrage. So berechneten Schweizer Solateure je Kilowattpeak durchschnittlich 6.055,17 Franken. 2011 fielen die Solarzellen-Kosten erneut. Aktuell kostet ein Kilowattpeak zwischen 4183 Franken und 6989 Franken, je nachdem wie leistungsstark die PV-Anlage dimensioniert ist. Diese Werte basieren massgeblich auf der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Sie setzt sich aus einem angenommenen Zinssatz von fünf Prozent, einer Amortisationsdauer von 25 Jahren, Unterhalts- und Betriebskosten von acht Rappen pro Kilowattstunde sowie einem Jahresertrag von 950 Kilowattstunden pro Kilowattpeak zusammen. Daraus ergeben sich entsprechende Vergütungssätze für verschiedene Anlagengrössen.


Anlage

Investitionskosten
für 2011

Franken/ kW

KEV 2011 mit variablen
Unterhaltskosten
Rp / kWh

Freistehend 10 kW

5391

42.7

 30 kW

4806

39.3

 100 kW

4450

34.3

 1000 kW

4183

30.5

> 1000 kW

4094

28.9*

     

Angebaut 10 kW

5531

48.3

 30 kW

5026

46.7

 100 kW

4710

42.2

 1000 kW

4361

37.8

> 1000 kW

4272

36.1*

     

Integriert 10 kW

6989

59.2

 30 kW

6184

54.2

 100 kW

5409

45.9

 1000 kW

4881

41.5

> 1000 kW

4717

39.1*

Tabelle: swisssolar / BFE

Wie hoch sind Solarzellen-Preise für den Eigenverbrauch?

Ein sparsamer Haushalt ohne Elektroboiler verbraucht jährlich etwa 3000 Kilowattstunden. Die Menge kann mit einer Kleinanlage abgedeckt werden, die eine Leistung von drei Kilowatt vorweist. Eine solche Solarstromanlage ist mit einem vor - und rückwärtslaufenden Stromzähler (Net Metering) ausgestattet. Damit wird die abgegebene und selber verbrauchte Energie saisonal berechnet. Somit erhält der Anlagenbesitzer für eingespeiste Überschüsse statt des normalen Einspeisetarifs den gültigen Endkundenpreis. Eine angebaute Kleinanlage würde mit einer Leistung von drei Kilowatt etwa 16.600 Franken kosten (vgl. Tabelle). Wer Solarzellen in der Gebäudehülle oder als Ziegeln im Dach integrieren möchte, muss mit einem höheren Preis von knapp 21.000 Franken rechnen.

Was beeinflusst die Solarzellen-Kosten mit?

Die genannten Solarzellen-Preise sind Durchschnittswerte und können ausschliesslich zur Orientierung dienen. Sie berücksichtigen noch nicht die aktuellen Marktpreise für Module, die in den letzten Monaten erneut gesunken sind. Um weitere Kosten zu senken, ist es möglich, kantonal abhängige Fördermittel und Steuervergünstigen in Anspruch nehmen. Manche Förderpakete können mehrere tausend Franken bereitstellen.

Strom- und Kostenersparnis für eine 3 KW-Anlage

Demgegenüber steht die jährliche Ersparnis von etwa 600 Franken, die man bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden im Jahr sparen kann. Rechnet man dies auf die Lebensdauer der Solaranlage um, dann spart eine vierköpfige Familie bis zu 15.000 Franken. Bei Strompreiserhöhungen steigt entsprechend die Ersparnis mit an.

Berechnungsbeispiel gemäss der AEE

Im Durchschnitt verbraucht jeder Schweizer 2300 Kilowattstunden Strom. Um diese Menge zu produzieren, würde man eine Solarzellenfläche von 15 Quadratmetern benötigen. Professor Franz Baumgartner vom Institut für Energie der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften schätzt die Kosten auf etwa 8.000 Franken. Eine solche Anlage hätte eine Leistung von zwei Kilowatt, was jedoch nur die Hälfte des durchschnittlichen Energiebedarfs deckt.

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