Behaglichkeit hat seinen Preis: Schweizer nutzen ein Drittel der Energie, um zu heizen und Warmwasser zu erzeugen. So laufen etwa eine Million Elektroboiler, die allein drei Prozent des gesamten einheimischen Stromverbrauchs ausmachen. Wer sparen möchte, muss deswegen nicht auf seine warme Dusche verzichten. Es gibt günstige und umweltschonende Alternativen. Eine Lösung ist, sich Sonnenkollektoren anzuschaffen. So kann man mit Solarenergie Wasser erwärmen und zusätzlich die Heizung unterstützen. Die Nutzung des Sonnenlichts ist zwar kostenfrei, doch mit welchen anfänglichen Investitionen und Solaranlagen-Kosten müssen Schweizer Eigenheimbesitzer rechnen?

Sonnenkollektoren für Warmwasser auf Ein- und Zweifamilienhäusern

In der Schweiz stossen Solaranlagen für die Warmwasserbereitung auf grosses Interesse. Im Schnitt liefern Sonnenkollektoren mehr als die Hälfte des Jahresverbrauchs an Warmwasser ab. In den Wintermonaten arbeitet die konventionelle Heizanlage oder Wärmepumpe mit. Solarkollektoren benötigen wenig Platz, denn für jede Person werden ein bis 1,5 Quadratmeter berechnet. Somit versorgt eine vier bis sechs Quadratmeter grosse Solaranlage einen Vier-Personen-Haushalt mit ausreichend Warmwasser. Damit es auch Tag und Nacht verfügbar ist, wird es in einem Speicher eingelagert. Weiteres Einsparpotenzial bietet sich, wenn man Waschmaschinen und Geschirrspüler in das Warmwassernetz integriert.

Kompakt und klein: Solaranlagen-Kosten für Gesamtsystem

Das Kompaktsystem kostet um die 12.000 Franken. Statt Einzelkomponenten wird eine standardisierte Anlage bestehend aus Kollektoren, Speicher und Steuerung geliefert. Die Technik erlaubt, dass die Sonnenkollektoren auch bei geringer Sonneneinstrahlung Warmwasser erzeugen. Die langfristige Wirtschaftlichkeit drückt der Sonnenenergiepreis aus. Dieser beläuft sich bei der Kompaktanlage auf etwa 30 Rappen pro Kilowattstunde. Obwohl die Solaranlage doppelt so viel wie ein herkömmliches Wassererwärmungssystem kostet, spart sie im Gegenzug ausreichend Energie und Betriebskosten ein. Um die erneuerbaren Energien zu fördern, gibt es staatliche Mittel, die die Investitionskosten um durchschnittlich 20 Prozent verringern.

Solaranlagen-Preise für Warmwasseraufbereitung

Swissolar rechnet vor: Eine sechs Quadratmeter grosse Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung ist mit einem 500 Liter Solarspeicher ausgestattet. Das System kostet zwischen 8.000 und 12.000 Franken. Zusätzlich kommen Montagekosten von maximal 4.000 Franken hinzu. Die Förderbeiträge schwanken je nach Kanton. So vergibt Wallis beispielsweise 1.500 Franken. Zudem bewilligen fast alle Kantone Steuererleichterungen, die sich oftmals auf einige Tausend Franken aufsummieren. Die Solaranlage erzeugt rund 2.700 Kilowattstunden pro Jahr, was einem Verbrauch von 320 Liter Öl entspricht. Eigenheimbesitzer sparen sowohl Geld als auch knapp eine Tonne Kohlendioxid jährlich ein.

Sonnenkollektoren für Mehrpersonen-Haushalte

Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern heizen das Wasser lediglich vor und eine konventionelle Heizung springt bei höheren Temperaturen ein. Dadurch kann rund ein Drittel der Energie eingespart werden. Dafür berechnet man pro Wohnung zwischen 1,5 und drei Quadratmeter Sonnenkollektoren-Fläche. Rechnet man Material und Montage hinzu, ergeben sich Solaranlagen-Kosten in Höhe von 1.000 bis 1500 Franken pro Quadratmeter. (Übrigens: Damit produziert man bis zu 800 Kilowattstunden Energie, was einer Ersparnis von 80 Litern Heizöl entsprechen würde.)

Solarthermie in der Schweiz

2010 wurden 145.000 Quadratmeter Solarkollektoren verkauft. Das entspricht einer Fläche von rund 20 Fussballfeldern. Viele Solaranlagen wurden bei neugebauten Häusern und bei Wohngebäudesanierungen installiert, was an sich der beste Zeitpunkt ist, um Heizanlagen und Warmwasseraufbereitung auszutauschen.

 

Wie die Montage einer Solaranlage auf deim Dach des Eigenheims abläuft, sehen Sie in diesem Video

 

Solaranlagen helfen beim Sparen von Warmwasser- und Heizenergie.

Sonnenkollektoren-Anlagen helfen beim Sparen von Warmwasser- und Heizenergie. Foto: © Jorge Salcedo / iStock / Thinkstock

Kombianlagen erzeugen Wärme für Brauchwasser und Heizung. Für Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es Komplettlösungen, die mit einem Speicher geliefert werden. In einem Minergie-Haus können die Sonnenkollektoren-Anlagen rund die Hälfte der gesamten Warmwasser- und Heizenergie abdecken. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus spart maximal 30 Prozent. Dafür benötigt es eine Solarkollektoren-Fläche von zehn bis 15 Quadratmetern und einen Speicher von bis zu 2000 Litern.

Solaranlagen-Kosten rechnen sich langfristig

Laut Swissolar kostet eine 15 Quadratmeter grosse Solaranlage für Warmwasser und Heizung 20.000 bis 25.000 Franken. Zusätzlich kommen Montage in Höhe von maximal 5.000 Franken hinzu. Im Vergleich schlägt eine konventionelle Heizanlage mit 8.000 bis 12.000 Franken zu Buche. Zudem sparen Solaranlagen knapp 4.500 Kilowattstunden pro Jahr, was 530 Liter Öl entspricht. Weiterhin reduzieren sich die Betriebskosten um bis zu 720 Euro, weil nur Kosten für Wartung und Strom für die Umwälzpumpe hinzukommen.

Förderung von Solarkollektoren

Die Schweiz setzt verstärkt auf Energieeffizienz. Jeder Kanton und einige Energieversorger fördern auch Erneuerbare Energien. So vergibt Bern Geldmittel, um die Anschaffung einer Solaranlage mit 200 Franken pro Quadratmeter zu unterstützen. Der Swissolar-Rechner erlaubt einen ersten Überblick über mögliche Förderbeiträge. Weiterhin gibt es regional unterschiedliche Steuererleichterungen, die beim kantonalen Steuerkommissär angefragt werden können.

 

Laut Swissolar müssen in den nächsten Jahren mehrere zehntausend Heizanlagen erneuert werden. Dann steht für viele Eigenheimbesitzer die Frage im Raum, ob man in Solarthermie investiert.

Linktipps:

  • Übersicht über Solarwärme-Förderung - Swisssolar informiert über aktuelle kantonale Förderbedingungen.
  • Rechner - Lohnen sich die Solaranlagen-Kosten?
  • Übersicht Energieberatungsstellen - BFE bündelt alle Adressen der aller kantonalen Fachstellen.

 

 

Quellen: www.topten.ch, swissolar, Energie Schweiz, BFE, AEE, ETHZ Text: Kerstin Borowiak