Photovoltaikanlagen auf dem Vormarsch

Nach Berechnungen des Bundesamtes für Energie können bis ins Jahr 2050 Photovoltaikanlagen um die 20 Prozent des schweizerischen Strombedarfs decken. Da Photovoltaikanlagen zu den teuersten Energietechnologien gehören, werden sie vom Bund gefördert.

Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie in Strom um.
Der Preis für Photovoltaikanlagen sinkt stetig.
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Das Energiegesetz der Schweiz schreibt vor, bis in 20 Jahren die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 5400 GWh zu erhöhen. Um dies zu erreichen, wird die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien vom Bund finanziell mit der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) unterstützt. Das heisst, Produzenten von Strom aus Wind- und Wasserkraft, Biomasse, Photovoltaik oder Geothermie erhalten einen garantierten Vergütungstarif für den ins Netz eingespeisten Strom. Produzenten können beispielsweise Strom aus der Sonnenenergie ins Netz einspeisen und erhalten ihre Produktionskosten aus einem Förderfonds gedeckt. So wird die Differenz zwischen dem Marktpreis und dem höheren Preis für die Produktion von grünem Strom ausgeglichen. Finanziert wird das schweizerische Förderinstrument für erneuerbare Energien mit einem erhöhten Strompreis. Die dadurch zur Verfügung stehenden Fördergelder reichen jedoch nicht aus, um die vielen Gesuche für alternative Stromproduktionen finanziell zu unterstützen. Nicht alle KEV-Gesuche können somit angenommen werden.

Der Vormarsch der Sonnenenergie als Stromlieferant (der Photovoltaikmarkt ist in den letzten Jahren um 30 Prozent gestiegen) liess die Preise für die Photovoltaikanlagen purzeln. Entsprechend wurde das Einspeisevergütungsgesetz für Photovoltaik angepasst und ab dem 1. Januar 2011 um 18 Prozent gesenkt. Im Gegenzug erhöhte sich der Anteil des Solarstroms am KEV-Fördertopf von 5 auf neu 10 Prozent. Mehr KEV-Gesuche im Bereich Solarenergie können damit angenommen werden.

Die Energie des Sonnenlichts wird neben der Photovoltaikanlage auch von der Solaranlage zur Energiegewinnung genutzt. Während Photovoltaikanlagen mittels Solarzellen Strom erzeugen, wandeln Solaranlagen die Sonnenenergie in Wärme um. Die Solarthermie, die durch Sonnenstrahlen erzeugte Wärmeenergie, hat heute noch einen kleinen Anteil am gesamtschweizerischen Verbrauch. Das Potenzial für die Solarthermie ist jedoch gross. Aktuellen Berechnungen zufolge könnte bei optimaler Gebäudedämmung der gesamte Wärmebedarf der Schweizer Haushalte mithilfe von Solarwärme gedeckt werden.

Damit der Vormarsch der Solarenergie weiter voran geht, ist der Forschungsbedarf vor allem in Bezug auf die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit gross. Im Mittelpunkt der Forschungen stehen neue Materialien und Verfahren, um den Wirkungsgrad zu verbessern und damit die Systemkosten reduzieren zu können.

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Quelle: die-energie-bin-ich.ch, Neue Zürcher Zeitung, Text: Lea Schwer