Streichen mit dem «Blauen Engel»

Nachhaltig Renovieren: Neuer Pep mit umweltfreundlicher Wandfarbe

Nachhaltige Wandfarbe erkennen Sie an Gütesiegeln. Foto: © Digital Vision / Thinkstock

Auch auf das deutsche Umweltsiegel Blauer Engel können Sie achten. In der Schweiz finden Sie solche Farben zum Beispiel bei Jumbo. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) empfiehlt Wandfarben mit diesem Gütezeichen, weil ihr Lösungsmittelanteil höchstens 0,07 Prozent betragen darf. Noch besser seien Naturfarben. Sie bestehen aus edlen Ölen, Bienenwachs und seltenen Pigmenten wie der grünen Veroneser Erde. Dies schlägt sich allerdings auch in einem höheren Preis nieder.

Das Magazin Konsumententipp indes bewertet das deutsche Ökosiegel kritischer. Es bezieht sich dabei auf einen Bericht des Verbrauchermagazins «Öko-Test», in dem es hiess: «Heute ziert fast jede Wandfarbe ein schadstoffarmer Blauer Engel». Das vom deutschen Umweltbundesamt vergebene Symbol bewerte nicht die Qualität der Gesamtfarbe, sondern nur einen Ausschnitt. »Dabei hat der umweltschonende Aspekt klaren Vorrang gegenüber gesundheitlichen Anliegen«.

Nachhaltige Farben zum Streichen selbst herstellen

Der BUND verweist auch auf die Möglichkeit natürliche Wandfarben selbst herzustellen, so wie es Jahrhunderte lang üblich war. «Leimfarben sind aus Wasser, pflanzlichem Leim und Pigmenten preiswert mischbar und decken sehr gut mit einem kreidigen und trockenen Effekt», lautet der Tipp der Naturschützer. In Feuchträumen sollten diese Farben jedoch nicht eingesetzt werden, da sie nicht wasserfest seien.

Wasserfest hingegen sind Kalkkasein-Farben. Sie lassen sich aus Pigmenten, Magerquark und Sumpfkalk herstellen. Als Pigmente kommen Kreide, Marmormehl sowie bunte Erd- und Mineralpigmente in Frage. Diese Farben können den Angaben zufolge nicht auf Tapeten gemalt werden, zeigen auf anderen Wänden aber einen weiteren Vorteil: «Kalk- und Silikatfarben haben zusätzlich antibakterielle und Schimmel hemmende Wirkungen».

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Quellen: Bundesamt für Umwelt, Schweizer Stiftung Farbe, Beobachter, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Konsumententipp

Text: Christine Lendt