Kleine Windkraftanlagen liefern nachhaltige Energie fürs Eigenheim

Kleinwindkraftanlagen wandeln wie ihre grossen «Brüder», die Windgeneratoren, Wind in Strom um. Wegen ihrer kleineren Ausführung sind sie für den Privathaushalt geeignet und können im Garten oder auf dem Dach installiert werden.

Kleinwindkraftanlagen versorgen Ihr Eigenheim mit erneuerbarer Energie.
Kleinwindkraftanlagen können im Garten oder auf dem Hausdach installiert werden. Foto: © vencavolrab / iStock / Thinkstock
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Die Diskussion um die Förderung erneuerbarer Energien hat seit dem kürzlich gefällten Entscheid des Bundesrats, aus der Atomenergie auszusteigen, neuen Schub bekommen. Das Unglück in Fukushima hat zudem viele bewegt, auf eigene Initiative hin vermehrt erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Schweizer Haushalte setzen dabei vor allem auf die Sonnenenergie und installieren Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern. Bei Kleinwindkraftanlagen sind Schweizer im Vergleich zu den Deutschen noch zurückhaltender. Während «swiss éole» (Vereinigung zur Förderung der Windenergie in der Schweiz) im Jahr 2009 schweizweit nur rund 24 Kleinwindkraftanlagen registrierte, gehen Schätzungen in Deutschland von über 4000 installierten kleinen Windanlagen aus. Mit der rasanten technischen Weiterentwicklung und dem steigenden Wirkungsgrad ist aber damit zu rechnen, dass Kleinwindkraftanlagen bald auch vermehrt in Schweizer Gärten und auf Dächern anzutreffen sind.

Was sind Kleinwindkraftanlagen und wie funktionieren sie?

Unter dem Begriff «Kleinwindkraftanlagen» werden viele Windgeneratoren mit unterschiedlichen Leistungen zusammengefasst. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Klar ist, dass sie sich durch eine geringere Nennleistung (Leistung einer Anlage bei einer Windgeschwindigkeit von 12 bis 16 m/s) und eine geringere Grösse von ihrem grossen Bruder unterscheiden. Für den Deutschen Bundesverband für Kleinwindanlagen zählen zu den kleinen Ausführungen diejenige mit maximal 200 Quadratmeter Windangriffsfläche.

Die Funktionsweise von Kleinwindkraftanlagen gleicht jener von Windgeneratoren. Auf einer Rohrkonstruktion ist der Rotor mit Rotorblättern befestigt. Durch die Strömungsenergie des Windes werden die Rotorblätter in Bewegung gesetzt. Die Bewegungsenergie der Flügel überträgt sich auf ein Getriebe (hat die Aufgabe, eine niedrige Drehzahl in eine hohe Drehzahl zu übersetzen) und anschliessend auf einen Generator. Der Generator wandelt die mechanische Energie schliesslich in elektrische Energie (Strom) um. Mehr Informationen zur Funktionsweise von Windgeneratoren finden Sie im Artikel «Mit der Windenergie in eine nachhaltige Zukunft».

Welche Leistung können Kleinwindkraftanlagen erbringen?

Die Leistung einer Kleinwindkraftanlage ist vom Rotorblatt-Durchmesser und der Windgeschwindigkeit abhängig. Um die Leistung vergleichen zu können, sollten Sie auf die Nennleistung der Anlage achten, welche bei Nenngeschwindigkeit (Windgeschwindigkeit von 12 bis 16 m/s) erbracht wird. Kleine Windanlagen für das Eigenheim können je nach Bauart eine Nennleistung zwischen 300 und 1500 Watt generieren. Windräder mit einer 300 Watt-Nennleistung eignen sich aufgrund ihrer geringen Grösse zur Montage auf dem Dach Ihres Wohnhauses. Solche mit einer 1000 Watt-Nennleistung sind zur Installation im eigenen Garten geeignet. Diese haben im Durchschnitt Rotorblätter mit einem Durchmesser von 1,5 Meter und kommen insgesamt auf eine Höhe von vier Meter.

Da wir in der Schweiz keine Durchschnittswindgeschwindigkeit von 12 bis 16 m/s haben, erreicht eine installierte Kleinwindkraftanlage auf Ihrem Hausdach oder Garten nur selten die angegebene Nennleistung. Durchschnittlich erzeugt eine kleine Windanlage «nur» 25 Prozent der angegebenen Nennleistung. Deshalb ist sie auch nicht dafür gedacht, Sie vom Energieversorger unabhängig zu machen. Vielmehr können Sie einen Teil Ihres Energiebedarfs mit selbst erzeugter Windenergie abdecken und damit die Umwelt und Ihr Portemonnaie schonen.