Sanierungen: Gebäudeprogramm muss angepasst werden

Das Gebäudeprogramm fördert energieeffiziente Sanierungen und erneuerbare Energien. Die bis Ende 2010 eingegangenen Gesuche übertreffen jedoch den jährlichen Sollwert bei Weitem. Deshalb mussten einige Anpassungen bei dem Programm vorgenommen werden.

Das Gebäudeprogramm für energieeffiziente Sanierungen wird zum Aprill angepasst.
Das Gebäudeprogramm für energieeffiziente Sanierungen wird zum Aprill angepasst. Foto: dolgachov / iStock / Thinkstock
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Um einen Liquiditätsengpass zu vermeiden und um gleichzeitig die CO2-Wirkung des Programms zu erhöhen, werden auf den 1. April 2011 sanfte Anpassungen vorgenommen.

Im Jahr 2010 sind im Rahmen des Gebäudeprogramms fast 30'000 Gesuche zur Sanierung der Gebäudehülle mit einer Fördersumme von insgesamt 244 Mio. Franken eingegangen. Dies ist weit mehr als prognostiziert. Gestützt auf Erfahrungen mit früheren Förderprogrammen rechneten Bund und Kantone mit 12'000 bis 16'000 Gesuchen pro Jahr. Auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres war keine abnehmende Tendenz beim Gesuchseingang zu beobachten. Hausbesitzer zeigen also ungebrochen grosses Interesse, ihre Liegenschaften energetisch zu sanieren. Denn langfristig profitieren sie von tieferen Energiekosten und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Der Erfolg des Programms hat aber eine Kehrseite. Die jährlich zur Verfügung stehenden Fördermittel von rund 133 Mio. Franken (zur Sanierung der Gebäudehülle) werden im ersten Programmjahr deutlich überbeansprucht. Konkret: die Fördermittel für das Jahr 2011 waren bereits zu Jahresbeginn verpflichtet.

Die Programmanpassungen konkret

Konkret treten auf den 1. April 2011 folgende zwei Programmanpassungen in Kraft:

  • Die Minimalfördersumme pro Gesuch wird von 1'000 auf 3'000 Franken erhöht
  • Der Förderbeitrag für den Fensterersatz wird von 70 auf 40 Franken gesenkt

Dahinter stehen folgende Überlegungen:

Die Erhöhung der Minimalfördersumme erhöht die Effizienz des Programms: Die Anzahl der Kleingesuche wird reduziert, und somit auch die Bearbeitungskosten pro gefördertem Quadratmeter. Durch die gesamthaft tieferen Bearbeitungskosten stehen nun mehr Mittel für Sanierungsprojekte zur Verfügung; dadurch kann das Gebäudeprogramm noch mehr CO2-Emissionen reduzieren.

Die Senkung des Förderbeitrags für den Fensterersatz widerspiegelt die rasante technische Entwicklung: Dreifachverglaste Fenster werden immer mehr zum Standard; die Preisdifferenz zu den zweifach verglasten Fenstern wird kleiner. Der bisherige Beitrag von 70 Franken pro Quadratmeter kann fallweise gar die Preisdifferenz zwischen zwei- und dreifach verglasten Fenstern übertreffen. Ein Förderbeitrag von mehr als 40 Franken pro Quadratmeter Fensterersatz ist deshalb nicht mehr gerechtfertigt. Durch den tieferen Fördersatz kann mit weniger Mitteln gleich viel CO2 eingespart werden.