Diese Brücke frisst CO2 und produziert Strom

Jährlich überqueren tausende von Autos die Arroyo Seco Bridge und verpesten dabei die Luft. Mit einem Umbau soll die Brücke nun zum grünen Blickfang werden, der Schmutz, Lärm sowie CO2 aufsaugt und dazu noch Strom produziert.

CO2-Ausstoss senken: Diese Brücke kann Abgase fressen
Bild: © Michael Maltzan Architecture
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10 Spuren breit bahnt sich der kalifornische Freeway 134 seinen Weg durch Kalifornien. Dazu gehört auch eine Brücke nahe Pasadena, die den bei Kletterfans beliebten Canyon Arroyo Seco überwindet. Die unzähligen Autos auf dem Freeway belasten Anwohner nahegelegener Stadtteile mit jeder Menge Lärm, Schmutz und CO2.

Das Architekturbüro Michael Maltzan hat nun einen Entwurf vorgelegt, der durch einen Umbau der Brücke zum CO2-Fresser macht. Zudem soll die etwa einen Kilometer lange Konstruktion in Zukunft Strom produzieren, den Lärm drastisch reduzieren und Wasser sammeln.

CO2-Ausstoss senken: Diese Brücke kann Abgase fressen

Bild: © Michael Maltzan Architecture

Innovative Brücke soll Millionen Tonnen CO2 aufnehmen

Bei der Sanierung der Arroyo Seco Bridge werden laut Entwurf die Fahrbahnen in eine Art Tunnel verlegt. Deren Decke soll mit Titaniumoxid ausgestattet sein, das unter Einwirkung von Sonnenlicht den CO2-Ausstoss der Fahrzeuge unschädlich macht. Bis zu 516'000 Tonnen CO2-Emissionen könnten so jährlich praktisch «Aus der Luft gesaugt» werden. Zum Vergleich: Knapp fünf Tonnen CO2 verursacht jeder Schweizer insgesamt pro Jahr.

Damit die entstehenden Tunnel auch von aussen nachhaltig genutzt werden, sollen ihr Dach aus Solarmodulen bestehen, welche im Jahr sechs Millionen Kilowattstunden Strom produzieren könnten. Das würde ausreichen, um 600 Wohnhäuser komplett zu versorgen. Diese Menge an Strom hat aktuell einen Gegenwert von etwa einer Million Dollar oder 970'000 Franken.

CO2-Ausstoss senken: Diese Brücke kann Abgase fressen

Bild: © Michael Maltzan Architecture

Neben dem CO2-Ausstoss senkt die Brücke den Lärmpegel

Zwei Drittel weniger Lärm verspricht das Projekt nach der Sanierung der Brücke, und damit würde der Umbau ebenfalls zur Lebensqualität bei nahe gelegenen Anwohnern beitragen.

Dazu bekommt eine üppige Bepflanzung, die sich selbst durch aufgefangenes Wasser versorgen. Durch die Form der Dachkonstruktion soll aber noch mehr Wasser eingefangen werden, als die Gewächse brauchen. Die hochgerechnet überschüssigen 19 Millionen Liter Regenwasser sollen zur Versorgung der umliegenden Gebite beitragen.

Doch die Architekten sehen ihren Entwurf nicht nur als nachhaltiges Ziel für die Arroyo Seco Bridge. Denn das Konzept sei auch auf andere, vergleichbare Brücken anwendbar. 

Quelle: mmaltzan.com

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann

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