Vom Plus-Energie-Haus zur Tankstelle

Im gemütlichen PLusenergiehaus nachhaltig wohnen.

Machen Sie es sich gemütlich in Ihrem Plusenergiehaus. Foto: © Mihajlo Maricic / iStock / Thinkstock

Bisher existiert schweizweit nur ein Plus-Energie-Haus, das auch als Tankstelle für Elektromobile dient. Erbaut wurde es von Werner Setz, der in der Verbindung von Wohnen, Energiegewinnung und Verkehr die Zukunft sieht. Statt den überschüssigen Solarstrom ins Netz zu speisen, nutzt man E-Bike, E-Roller oder E-Auto als mobile Stromspeicher. Man kann mit einem Überschuss von 6.000 Kilowattstunden rund 30.000 Kilometer im Elektroauto – umweltfreundlich – fahren.

Neben Photovoltaik kann man andere Erneuerbare Energien nutzen...

Die Sonne kann man auch passiv nutzen. Gelangen Sonnenstrahlen über die Fenster ins Hausinnere, so erwärmt sich darüber die Luft. Alternativ kann man ganzjährig auf die Erdwärme zurückgreifen. Warmwasser und Heizwärme wird dann mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe erzeugt. Stattdessen steht auch Biomasse zur Verfügung. Dabei ist Holz ideal, um für Wärme zu sorgen.

 

 

Energieeffizienz nicht um jeden Preis

Es ist nur die halbe Wahrheit, wenn man behauptet, dass beim Plusenergiehaus bloss der Minergie-P Standard mit einer Photovoltaikanlage kombiniert wird. «Das Plusenergie-Gebäude ist ein Kosten-Nutzen optimiertes Haus», erklärt der Architekt Werner Setz. Der Planer wägt dabei Massnahmen zur Energieeinsparung und Energieproduktion gegeneinander ab. So ist es auch möglich, mit dem weniger-ist-mehr -Prinzip zu bauen. Dabei vermeidet man hohe Kosten, indem man die geforderten Massnahmen zur Energieeffizienz nicht komplett umsetzt. Folglich baut man zwar nicht mit dem Minergie-Standard, aber dämmt dafür ausreichend.
 

Gesund wohnen im Plusenergiehaus

In einem Plusenergie-Haus herrscht ein vergleichbar gesundes Wohnklima wie in einem Minergiegebäude. Die Bewohner atmen stets saubere und frische Luft, die durch eine Komfortlüftung gefiltert wird. Weiterhin sorgen schadstoffarme Materialien und energieeffiziente Bauweise für ein langandauerndes, angenehmes Raumklima.

Förderung durch Bund und Kanton

Beim Bau eines Plusenergiehauses kann man auf staatliche und kantonale Förderung zurückgreifen. Der Bund unterstützt mit dem Gebäudeprogramm die Häuslebauer, sodass sie Fenster erneuern und die Gebäudehülle dämmen können. Weiterhin ermöglicht die kantonale Förderung, dass Bauherren bei der Produktion von Warmwasser und Heizwärme auf Erneuerbare Energien umsteigen.

Bei einem Plusenergie-Haus muss man den eigenen Energiebedarf im Blick haben. Dabei helfen intelligente Kontrollsystem. Damit können die Bewohner den tatsächlichen Energieverbrauch mit dem eigentlichen «Zielverbrauch» vergleichen. Diese Werte können sie für Warmwasser, Strom, Heizwärme und Mobilität auf dem eigenen Computer abrufen. Dadurch werden sie für das Thema sensibilisiert und zum Sparen angeregt. Letztlich sind die Kilowattstunden am günstigsten, welche man nicht verbraucht.

Linktipps:

Der Verein Energie-Cluster.ch informiert über Plusenergie-Gebäude.

Plus-Energiehaus Pilotprojekt – Architekt Werner Setz stellt das Pilotprojekt in Riehen vor.

 

 

Quelle: Energiecluster, Setz Architektur, Prix Solaire Suisse, BFE Autor: Kerstin Borowiak

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