Haus bauen mit natürlichen Baustoffen

Auch Bauherren haben einen Einfluss darauf, wie nachhaltig die Welt ist: Mit der Wahl von biologischen Baustoffen kann ein Beitrag zum nachhaltigen Bauen geleistet werden. Ein Haus mit Lehm und Stroh zu bauen, hilft nicht nur der Umwelt, sondern sorgt auch für ein besseres Raumklima.

Umweltfreundliches bauen schützt Umwelt und Natur
Mit natürlichen Baustoffen können Sie sich auch ein grünes Haus bauen. Foto: cookelma / iStock / Thinkstock
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Häuser brauchen nicht erst dann Energie, wenn sie fixfertig gebaut sind, man einzieht und Strom, Wasser und Heizung aufdreht. Auch die Herstellung der Baumaterialen, der Transport zur Baustelle, der eigentliche Bau und irgendwann auch der Abriss brauchen Ressourcen. Nachhaltiges Wohnen beginnt also schon beim Planen eines Baus. Die Ziele bestehen darin, Energie und Wasser aber auch Baustoffe einzusparen und so den CO2-Ausstoss auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Baustoffe spielen beim Hausbau eine wichtige Rolle: Sie sollten ökologisch und somit umweltverträglich sein, eine hohe Lebensdauer aufweisen und aus Rohstoffen bestehen, die man entweder wiederverwerten kann oder deren Entsorgung zumindest unproblematisch ist. Zudem sollten sie einen kurzen Transportweg aufweisen.

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Der Bast ist das lebende Gewebe unter der Rinde von Bäumen. Aus ihm wurde schon vor Urzeiten Schnüre, Seile und Textilien gemacht. Heute eignen sich Planen aus Bast hervorragend als Sichtschutz auf Terassen oder Balkonen. Foto: © Tommy / Fotolia.com
Der Bast ist das lebende Gewebe unter der Rinde von Bäumen. Aus ihm wurde schon vor Urzeiten Schnüre, Seile und Textilien gemacht. Heute eignen sich Planen aus Bast hervorragend als Sichtschutz auf Terassen oder Balkonen. Foto: © Tommy / Fotolia.com
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Zukunftsstoff Lehm?

Lehm kommt fast überall vor. Wenn er nicht gebrannt sondern luftgetrocknet wird, ist nur wenig graue Energie nötig. Lehm kann Feuchtigkeit und Wärme sehr schnell auf - und bei Bedarf auch wieder abgeben. In Häusern mit Lehmwänden herrscht deshalb ein sehr gutes Raumklima. Der Österreicher Martin Rauch arbeitet als Lehmbau-Pionier schon lange mit dem ökologischen Stoff. Wenn das richtige Material verwendet werde und alles richtig konstruiert sei, sei es sogar möglich, die Aussenwände des Hauses aus Lehm zu bauen. Laut Rauch herrsche eine angenehme Innentemperatur im Lehmhaus. Zudem werden Schadstoffe im Raum vermindert, Gerüche absorbiert und sogar die Akustik verbessert. Der Bau mit Lehm sei aber noch teurer als ein konventioneller Hausbau. «Der Arbeitsaufwand ist höher, da der Lehmbau nicht automatisiert ist», so Rauch. Zudem bestehe ein grosser Mangel an ausgebildeten Lehmfachkräften. Einen Fortschritt in die Richtung von Ökosiedlungen aus Lehmhäusern könne es nur geben, wenn Lehmbau in allen Handwerksschulen und Architekturfakultäten gelehrt werde.