Der Hausbau mit Minergie spart Energie und Kosten

Wer sein Haus nach dem Minergie-Standard neu baut oder sanieren lässt, leistet nicht nur etwas für die Umwelt und das Klima, sondern macht auch seinem Portemonnaie eine Freude. Ab dem Jahr 2011 gibt es auch Minergie-Nullenergiehäuser.

Mit Minergie können Sie Energieeffizient Bauen und Wohnen.
Bauen nach Minergie bringt Ihnen deutliche Energiekosten-Einsparungen. Foto: kav777 / iStock / Thinkstock
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Die Energiekosten-Einsparung ist ein grosser Vorteil der Minergie-Häuser und jede eingesparte Kilowattstunde macht sich auf dem Konto bemerkbar. Zwar sind die Investitionskosten für Minergie-Bauten noch höher, laut dem Verein Minergie belaufen sich die Mehrkosten aber lediglich auf drei bis maximal zehn Prozent. Aufgrund der deutlich tieferen Jahreskosten, sei eine Minergie-Investition in der Regel nach sieben Jahren amortisiert. Insbesondere bei Neubauten lägen die mittleren Jahreskosten, also Kapitalkosten und Betriebskosten, im Vergleich zu herkömmlich gebauten Häusern tiefer. Zudem wirkt sich die Bauqualität auf den mittel- und langfristigen Wert einer Liegenschaft stark aus. Nach einer Studie der Zürcher Kantonalbank ist ein Minergie-Haus nach 30 Jahren auf dem Markt neun Prozent mehr wert als eine konventionelle Liegenschaft.

Das Minergie-Label umfasst vier Standards: Minergie, Minergie-P, Minergie-Eco und Minergie-P-Eco. Der Verein Minergie schreibt, dass alle Standards Nutzerkomfort, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit garantieren. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Minergie-Haus deutlich weniger Energie verbraucht als es gesetzlich vorgeschrieben ist. Minergie stellt dabei den Basis-Standard dar und Minergie-P die noch effizientere Variante. Durch die Ergänzung Eco werden Bauten gekennzeichnet, die zusätzlich noch bauökologische und gesundheitliche Aspekte berücksichtigen.

Umwelftfreundliches Bauen mit Minergie-Labels.

Mit Minergie-Standards helfen Sie nicht nur der Umwelt sondern senken auch Ihre Heizkosten. Foto: Alexander Raths / iStock / Thinkstock

Inzwischen hat bereits das Nullenergiehaus einen Minergie-Standard. Häuser, die keine Energie von aussen benötigen, solche die sogar noch Überschuss produzieren, sind heute kein Wunderwerk mehr. Doch darüber, wie sich dies erreichen lässt, gibt es unterschiedliche Vorstellungen. Es geht dabei um die jeweilige Wirkung dichter Hüllen, hoch dämmender Fenster, aber auch um Wärmepumpen und Komfortlüftung. Der Verein Minergie will hier Klarheit bringen. Mit dem neuen Standard Minergie A, der bereits vorgestellt wurde, steckt Minergie ein hohes Ziel. Hierbei sind vor allem die Baufachleute und Investoren gefordert. Ruedi Kriesi, Vizepräsident des Vereins Minergie, sagt: «Minergie A wird nochmals einen Schritt weitergehen, indem es die Betriebsenergie, die beim bisher anspruchsvollsten Standard Minergie-P bei 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr angesetzt war, auf Null setzt.»

Minergie A soll mit erneuerbaren Energien die gesamte Betriebsenergie decken. Dazu gibt es drei verschiedene Modelle: Die erste Variante arbeitet mit Sonnenkollektoren und Holz, Variante zwei mit Sonnenkollektoren, Wärmepumpe und Photovoltaik und die dritte Möglichkeit will mit Wärmepumpe und Photovoltaik zum Ziel. Sowohl die Haushaltsgeräte als auch die Beleuchtung müssen der A-Klasse entsprechen. Gleichzeitig versucht man, die graue Energie in den Optimierungsprozess mit einzubeziehen. «Das bedeutet aber nicht, dass man die graue Energie mit erneuerbarer Energie abdecken muss, denn die graue Energie ist eher Sache der Industrie und nicht des privaten Bauherrn», so Kriesi.

Anspruchsvoll für Planer

Schon bei den herkömmlichen Standards scheuten manche Bauherren die höheren Investitionskosten und entschieden sich dann doch für einen konventionellen Bau. So scheint es fraglich, ob sich Minergie A mit solch drastischen Vorgaben umsetzen lässt. Doch niemand rechnet damit, dass bald schon die ganze Schweiz nach diesem Standard baut: «Es ist nicht so, dass Minergie A der neue generelle Hausbau-Standard sein soll», sagt Kriesi. Vielmehr sei das Null-Energie-Haus für Personen gedacht, die an der Spitze der Entwicklung mitarbeiten. Es werde vor allem für den Planer anspruchsvoll werden. Für Kriesi, der einer der Gründungsväter von Minergie ist, steht die Evolution des Bauens im Mittelpunkt:«Minergie A löst damit eigentlich Minergie P ab, indem es einen Standard erfasst, der für die weitere Entwicklung massgeblich ist.»

Weitere Informationen zu Thema Minergie finden Sie hier:

Ab dem Jahr 2020 müssen Neubauten in der EU nach einem Niedrigenergiestandard erstellt werden. Für Bauten der öffentlichen Hand gelten die neuen Vorschriften bereits zwei Jahre früher. Die neuen Gebäude müssen hohe Energieeffizienz-Standards für Heizung, Warmwasser, Lüftung, Kühlung und Beleuchtung erfüllen und einen bedeutenden Teil ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen beziehen. Die EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die Vorgaben der Gebäuderichtlinie innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umzusetzen. Da ungefähr 40 Prozent des Energieverbrauchs auf Gebäude entfällt, spielen sie bei den Bemühungen der EU, den Ausstoss an Treibhausgasen zu verringern, eine wichtige Rolle. Für die Schweiz gilt die EU-Gebäuderichtlinie allerdings nicht. Im bilateralen Stromabkommen, das die Schweiz mit der EU aushandeln will, soll das Mandat auf die Übernahme verschiedener EU-Energievorschriften ausgedehnt werden. Laut Marianne Zünd, Sprecherin des Bundesamtes für Energie, steht die Gebäuderichtlinie dabei vorläufig aber nicht im Vordergrund. Dies könnte allenfalls längerfristig zum Thema werden. Statt auf Vorschriften setzt die Schweiz stärker auf Fördermassnahmen. Die Kantone, die für die Gebäudevorschriften zuständig sind, haben sich auf einen Absenkpfad für Treibhausgase bis hin zum Minergiehaus verpflichtet

 

 

Weitere Tipps zum Minergie-Standard finden Sie hier:

  • Alle Informationen zu Minergie, den Standards oder der Gebäudetechnik erhalten Sie hier.
  • Eine Übersicht zu den diversen finanziellen Fördermöglichkeiten in den Kantonen finden Sie hier.

 

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