Aus Fassade wird Stadtpark durch waagerecht wachsende Bäume

Jeder kennt bepflanzte Dachterrassen oder Balkone. Parallel zum Boden wachsende Bäume sind allerdings neu. Sie entstehen durch einen einfachen Trick und sollen Städte viel grüner machen als bisher.

Die Hauswand wird zum Stadtpark durch waagerecht wachsende Bäume
Foto: © Visioverdis
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Das Zauberwort heisst Rotation. Wird ein Baum ständig um seine Achse gedreht, verliert er die Orientierung nach oben und wächst waagrecht zum Boden. Dies hat Dr. Alina Schick, eine Biologin der Universität Hohenheim, herausgefunden und sich gleich zu Nutze gemacht.

In einem mit Hightech ausgerüsteten überdimensionalen Blumentopf lässt sie die Bäume rotieren und bewässern, mit Erfolg. Der Ligusterbaum, der als erster in einen derartigen Kübel gesetzt wurde, lebt seit drei Jahren gesund, versichert die Biologin in einer Medienmitteilung der Uni Hohenheim.

Vor kurzem steckte die Biologin zwei weitere Bäume in den rotierenden Blumentopf. Zusammen verzieren sie jetzt seit dem 20. Mai die Hausfassade der ehemaligen Schmiedehalle in der Lutherstadt Wittenberg.

Aber was soll das Ganze? Mit ihrem Projekt will Schick neue Formen erforschen, wie Städte stärker begrünt werden können. Der waagerechte Wuchs ermöglicht beispielsweise ganze Parklandschaften an Hausfassaden zu errichten oder Nutzpflanzen effektiver an Wänden aufziehen zu können.

Text: Maximilian Comtesse, Quellen: Pressemitteilung Universität Hohenheim, 22. Mai 2017