Der Wirkungsgrad von Wärmepumpen im Vergleich

Die Wärmepumpe ist energieeffizient und kostengünstig.

Die Wärmepumpe ist eine sehr energieeffiziente und kostengünstige Heizanlage. Foto: © aurin / iStock / Thinkstock

Schweizer entscheiden sich häufiger für Luftwärmepumpen als für Sole-Wasser-Wärmepumpen. Diese Entscheidung beeinflusst jedoch weniger der Wirkungsgrad. Das bestätigt Antonio Milelli von der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS): «Die Luft-Wasser-Wärmepumpen sind in der Schweiz nicht nur am meisten verbreitet, sondern auch kostengünstiger als die anderen Wärmepumpen-Systeme. Bezüglich dem Wirkungsgrad unterbieten diese allerdings Aggregate, die ihre Energie aus dem Boden respektive Grundwasser ziehen. Erdwärmesonden sind besonders für Ein- und kleinere Mehrfamilienhäuser zu empfehlen. Bei grösseren Mehrfamilienhäusern hingegen sollte auch der Einsatz einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe geprüft werden.» Betrachtet man die Jahresarbeitszahlen je nach Wärmequelle, dann werden Unterschiede deutlich. Erdreich und Grundwasser haben ganzjährig gleichbleibend, relativ hohe Temperaturen. Deshalb fällt bei beiden Medien der Wirkungsgrad höher aus, da beide weniger Energie benötigen, um das Heizwasser zu erwärmen. In der Schweiz kennzeichnet ein Qualitätssiegel Grenzwerte für Wärmepumpen. Erdwärmepumpen arbeiten besonders effizient, wenn sie eine Jahresarbeitszahl von 4 haben. Für Grundwasserwärmepumpen gilt 4,5. Im direkten Vergleich fällt die Jahresarbeitszahl der Luftwärmepumpe mit 3 etwas geringer aus. Das erklärt sich, weil in der kalten Jahreszeit die Temperatur der Umgebungsluft und somit auch der Wirkungsgrad von Wärmepumpen entsprechend sinkt.

Heizungsvergleich: Fossile Brennstoffe und Erneuerbare Energien

Im direkten Heizungsvergleich stehen sich COP und der Wärmepumpen-Wirkungsgrad (JAZ) direkt gegenüber. Für eine neue Ölheizung wird durchschnittlich ein Wirkungsgrad von 80 bis 90 Prozent angenommen. Hat die Anlage bereits 20 Jahre auf dem Buckel, dann kann die Effizienz auf schätzungsweise 70 Prozent absinken. Eine Pelletheizung weist eine ähnlich hohe Leistungszahl wie eine neuwertige Ölheizanlage auf. Eine Erdgasheizung erreicht über 90 Prozent nutzbarer Wärme, indes bei der Fernwärme sogar bis zu 99 Prozent ankommen. Bei einer Solaranlage entscheidet der Kollektorentyp über den Wirkungsgrad, der sich von 40 bis 80 Prozent einpegelt. Obwohl alle Werte gut bis sehr gut ausfallen, können diese im Alltag durch Energieverluste niedriger ausfallen. Das beeinträchtigen u.a. Abwärme sowie fehlende Isolation des Kessels und der Rohre. Einen umfassenden Heizungsvergleich ermöglicht die Webseite www.energie.ch/heizungsvergleich.

Entscheidung für eine Wärmepumpe: Wirkungsgrad oder Gütesiegel?

Wenn sich das Gebäude eignet, ist eine Wärmepumpe eine gute Wahl. Dennoch hat sich herausgestellt, dass nicht nur der Wirkungsgrad als Entscheidungsgrundlage dienen sollte. Peter Egli empfiehlt, dass Interessierte bei Wärmepumpen und Lieferanten auf ein internationales Gütesiegel achten sollten. Zudem rät er zum Vergleich von COP-Werten und Schallemmissionswerten, die sich je nach Fabrikat unterscheiden.

Linktipps

 

  • FWS - Die Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz informiert umfassen über Heizen mit Wärmepumpen und bietet eine Auswahl an ausgesuchten Dienstleistern.
  • Unabhängige Informationen über Wärmepumpen - Die Webseite bietet umfassende Informationen über viele Heizungsanlagen.
  • Antworten zu Energiefragen - Hier erhalten Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

Text: Kerstin Borowiak, Quellen: www.energie.ch BFE, FWS, Wikipedia, HEV Schweiz, Energie-Stiftung Schweiz, IWB, Topten.ch