Die Kosten einer Ölheizung

Die Kosten für Ölheizungen sind moderat, dafür steigen die Preise für das Heizöl.

Die Kosten fürs Heizen mit Öl sind in den letzten zehn Jahren wegen den hohen Ölpreisen angestiegen. Foto: Wavebreakmedia Ltd / Wavebreak Media / Thinkstock

Trotz diverser Möglichkeiten, Ölheizungen effizienter und umweltfreundlicher zu machen, werden sie bei neu erstellten Wohnhäusern vom Spitzenplatz verdrängt. Aktuellen Markterhebungen nach hat die Wärmepumpe bei neuen Einfamilienhäusern die Nase vorn. Bei sanierten und neugebauten Mehrfamilienhäusern dominieren Gasheizungen. Heizsysteme mit Öl kommen nur noch auf einen Anteil von 10 Prozent.

Für eine neue Ölheizungsanlage mit Tank müssen Sie mit moderaten 17'000 CHF rechnen. Ins Gewicht fallen jedoch die immer höheren Kosten fürs Öl. Die Preise stiegen in den letzten Jahren markant an und kletterten im April diesen Jahres wegen den anhaltenden Kämpfen in Libyen auf einen Höchsstand. Bezahlte man vor zehn Jahren für 100 Liter Heizöl rund 35 CHF, so kostet dieselbe Menge heute knapp 95 CHF (Richtwert April 2011). Ein Preissturz ist in naher Zukunft wegen Kapazitätsengpässen (die Nachfrage nach Erdöl steigt weltweit an) und weiteren politischen Einflüssen nicht absehbar. Dazu kommt, dass der Bundesrat auf CO2-Emissionen eine Lenkungsabgabe plant. Dabei werden Brennstoffe (Öl, Gas, Kohle) und Treibstoffe (Benzin, Diesel) mit einer Klimaabgabe verteuert. Wann und in welcher Höhe diese Abgabe in Kraft tritt, ist noch nicht klar.

Vor der Sanierung der Ölheizung die Sanierung der Gebäudehülle planen

Obwohl die Kosten für Ölheizungen steigen, sollten Sie gut Abklären, ob sich der Einbau eines neuen Heizsystems lohnt. Der WWF, die ETH Zürich und die Branchenverbände der verschiedenen Heizsysteme haben in einer Untersuchung einen Kostenvergleich zum Sanieren von Gebäudehüllen und Heizsystemen erstellt. Als Faustregel kam heraus, dass Sie erst Ihr Eigenheim dämmen und isolieren und anschliessend die Sanierung Ihrer alten Heizanlagen oder den Einbau eines neuen Heizsystems angehen sollten. Denn durch eine gute Dämmung und Isolation senkt sich der Heizenergiebedarf deutlich. «Ein isoliertes Gebäude mit einer Ölheizung ist mir lieber als eine Villa Durchzug mit Holzheizung», meint Christian Zeyer (Dozent bei den eintägigen WWF Kursen zu Haussanierung) im Interview mit hausinfo.ch und spricht dabei die Energiesparmöglichkeiten durch eine neue Dach- und Fassadenisolation an. Damit können Sie rund 65 bis 75 Prozent des Energiebedarfs senken und schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihr Portemonnaie.

Informationen zur Ölheizung auf einen Blick:


  • Ölheizungen belasten wegen den hohen CO2-Emissionen bei der Verbrennung von Heizöl das Klima.
  • Moderne Heizanlagen verbrauchen dank der Brennwerttechnik und einer höheren Energieeffizienz weniger Heizöl und schonen damit die Umwelt.
  • Das Schwefelarme Öko-Heizöl ist für die Brennwerttechnik geeignet und gibt weniger Stickoxide in die Luft ab.
  • Ölheizungen lassen sich gut mit erneuerbaren Energien kombinieren. Fünf Quadratmeter Sonnenkollektoren reichen aus, um im Sommer bis zu 100 Prozent des Gebrauchswassers aufzuwärmen.
  • Wegen den steigenden Öl-Preisen steigen auch die Kosten fürs Heizen mit Öl.
  • Vor der Sanierung der Ölheizung oder dem Einbau eines neuen Heizsystems sollten Sie die Isolierung Ihres Eigenheims in Angriff nehmen.

 

 

Quellen: wwf.ch, hausinfo.ch, bfe.admin.ch, Text: Lea Schwer

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