Anforderungen der Minergie-Standards


Der Minergie-Standard definiert sechs Anforderungen an ein Gebäude:


1. Primäranforderung an die Gebäudehülle

Neubauten: Heizwärmebedarf (Qh) unter 90 Prozent des Grenzwertes (Hg) der SIA-Norm 380/1:2009

Modernisierung von Bauten vor 2000: keine Primäranforderung an die Gebäudehülle

Eine gute Gebäudehülle garantiert angenehme Temperaturen im Sommer und im Winter. Das setzt eine gute Wärmedämmung und eine luftdichte Bauweise voraus. Kompakte Bauformen eignen sich besonders für Minergie.

2. Lüftung

Eine systematische Lufterneuerung ist unverzichtbar. Diese ist mit einer manuellen Fensterlüftung nicht garantiert.

Eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung verbessert das Raumklima und spart Energie.

3. Energiebedarf für Raumwärme, Wassererwärmung, Lufterneuerung und Klimatisierung

Neue Wohnbauten höchstens 38 kWh/m2. Modernisierte Wohnbauten mit Baujahr vor 2000 höchstens 60 kWh/m2.

Ein neues Minergie-Gebäude verbraucht weniger als 4 Liter Heizöl (respektive Äquivalente davon). Dieser tiefe Verbrauch sowie die Konzeption des Gebäudes prädestinieren die Nutzung von erneuerbaren Energien. Zur Berechnung des Energiebedarfes werden die Energieträger nach ihrer Wertigkeit berücksichtigt: Elektrizität wird doppelt, Holz zu 70 Prozent gerechnet.

4. Nachweis über den thermischen Komfort im Sommer

Es dürfen keine hohen sommerlichen Raumlufttemperaturen entstehen.

In Standardfällen erfolgt die Deklaration über die Globalbeurteilung im MINERGIE-Nachweis, bei bestimmten Voraussetzungen über den rechnerischen Nachweis (SIA-Tool Klimatisierung).

5. Zusatzanforderung

Für Wohnbauten gibt es keine Zusatzanforderungen. Generell empfiehlt Minergie aber Haushaltgeräte der Klasse A, A+ oder A++.

6. Kosten des Haus-Baus

Höchstens 10 Prozent Mehrkosten gegenüber konventionellen Bauten. Tiefe Betriebskosten helfen bei der Amortisation der Investitionen und das bei mehr Komfort.

Quelle: Minergie