CO2-neutrale und energieeffiziente Heizungen

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Mit den kleinen Holzpellets wird vorwiegend in Ein- und Mehrfamilienhäusern geheizt. Foto: ConstantinosZ / iStock / Thinkstock

Erneuerbare Energien


Holzheizungssysteme

Der Vorteil einer Holzheizung ist ihre CO2-Neutralität. Die Verbrennung von Holz setzt genau gleich viel CO2 frei, wie beim Wachstum des Holzes gebunden wird. Holzheizungen sind energieeffizient und umweltfreundlich. Holz ist zudem ein einheimischer, nachwachsender Rohstoff. Bei den Holzheizungen gibt es drei verschiedene Feuerungstypen: Die Pellet-, Holzschnitzel- und Stückholzfeuerung. Pellet- und Holzschnitzel-Feuerungen funktionieren automatisch. Pellet-Feuerungen kommen vor allem bei Ein- und Mehrfamilienhäusern vor, Holzschnitzelheizungen werden in erster Linie bei sehr grossen Gebäuden angewendet. Die Stückholzheizung muss per Hand bedient werden und wird oft in Einfamilienhäusern benutzt.

Wärmepumpen

Wärmepumpen nutzen die Wärme aus der Umwelt. Das kann Wärme aus der Luft sein, dem Erdinnern oder dem Grundwasser. Die Umweltwärme selbst bietet jedoch kein ausreichend hohes Temperaturniveau, so dass damit geheizt werden könnte. Bei diesem System wird die Heizung deshalb zusätzlich mit Elektrizität angetrieben. Die Nutzwärme einer Wärmepumpe besteht aus etwa 75 Prozent Umweltwärme und 25 Prozent Antriebsenergie.

Wärmepumpen haben den Vorteil, dass sie wenig Unterhalt benötigen und geringe CO2-Emissionen verursachen. Die Installation einer Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpe ist aber mit grösseren baulichen Massnahmen verbunden. Die Investitionskosten für eine Wärmepumpe bewegen sich etwa zwischen 32'000 und 45'000 Franken.

Sonnenkollektoren

Bei Sonnenkollektoren-Systemen wird die Energie der Sonne zum Heizen und Wärmen des Nutzwassers gebraucht. Die Kollektoren funktionieren als Absorber und wandeln die Energie der Sonne in Wärme um. Durch die Absorber zirkuliert Wasser, welches die gewonnene Wärme zu einem Wasserspeicher transportiert. Der Wasserspeicher für ein Einfamilienhaus umfasst etwa 300 bis 500 Liter. Mit einem Sonnenkollektoren-System ist ein Boiler nicht mehr nötig. Die Energie der Sonne reicht, um das Nutzwasser aufzuwärmen.

Für ein eigenständiges Heizsystem reichen Sonnenkollektoren allerdings nur aus, wenn ein Gebäude sehr gut gedämmt ist. Ansonsten braucht es eine zusätzliche Heizung. Darum empfiehlt es sich, Sonnenkollektoren in einem Kombisystem mit einem anderen Heizungstyp anzuwenden. So können Sonnenkollektoren als umweltfreundliche und ressourcenschonende Ergänzung zur Holz-, Öl- und Gasfeuerung genutzt werden.

Tipp: Die richtige Isolierung ist entscheidend

Bevor Sie sich für ein Heizsystem entscheiden, sollten Sie einen gründlichen Check der Gebäudehülle vornehmen. Denn jedes Heizungssystem verliert seine Effizienz, wenn die Wärme wieder aus dem Haus entweicht. In einer guten Isolierung steckt ein grosses Energiesparpotential. Laut EnergieSchweiz verbrauchen modernisierungsbedürftige Häuser über 20 Liter Öl pro Jahr und Quadratmeter, während dies bei modernen Bauten nur vier Liter sind.

Quellen: bfe.admin.ch, bfs.admin.ch, umweltbewusst-heizen.de ,
Text: Marco Stocker

Ratgeber: Heizung auf einen Blick

Bevor ein neues Heizsystem eingebaut wird:

  • Modernisieren Sie die Gebäudehülle Ihres Hauses. Eine verbesserte Wärmedämmung (Fassaden, Kellerdecken, Estrichböden oder Fenster) und verbraucht weniger Energie.
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit, um Varianten von neuen Heizungssystemen zu studieren, Offerten einzuholen und zu vergleichen. Ziehen Sie zur Planung einen Energieberater oder Haustechnikplaner bei.
  • Wägen Sie die gesamten Kosten eines Heizungssystems ab: Installation, Betrieb und Unterhalt. Vergessen Sie aber auch nicht externe Kosten für Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft.
  • Berücksichtigen Sie erneuerbare Energien. Beachten Sie dabei die Förderbeiträge verschiedener Kantone für Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energieträgern.
  • Wählen Sie ein Heizsystem, das gleichzeitig heizen und warmes Wasser liefern kann, zum Beispiel ein Kombisystem mit Sonnenkollektoren.
  • Beachten Sie die kantonalen Vorschriften, die beim Ersatz einer bestehenden Heizungsanlage zu berücksichtigen sind. Die Vorschriften erhalten Sie telefonisch bei Ihrem Kanton oder unter www.bfe.admin.ch/energie/index.html?lang=de.

Quelle: www.bfe.admin.ch

Broschüren

  • Hier können Sie sich eine Liste aller eidgenössischen
    Energiefach- und -beratungsstellen herunterladen.
  • Weitere nützliche Informationen finden Sie im Ratgeber «Die beste Heizung für Ihr Haus» auf der Internetseite des Bundesamts für Energie.