Gas, Öl und Fernwärme: Mit fossilen Energien kostengünstig heizen

Heizen mit fossilen Energien zählt zu den herkömmlichen Methoden der Wärmegewinnung. Doch sind auch hier technische Fortschritte zu verzeichnen. Lesen Sie hier, wie Gas, Öl und Fernwärme heute nachhaltig und kostengünstig heizen.

So heizen Sie umweltfreundlich mit fossilen Energien wie Gas, Öl und Fernwärme.
Gas als fossiler Brennstoff versorgt viele Häuser mit Wärme. Foto: © ArtmannWitte - Fotolia.com
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Mit fossilen Energien zu heizen gilt in der Regel als weniger umweltfreundlich. Doch auch Gas, Öl, oder Fernwärme können unter Umständen eine gute Ökobilanz aufweisen. Das gilt insbesondere, wenn diese in Heizungssystemen genutzt werden, die aus einer Kombination mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie bestehen. Wann und wie heizen mit fossilen Energieträgern sinnvoll sein kann, zeigt die folgende Übersicht.

Heizen mit Gas-Brennwerttechnik: komfortabel, Platz sparend, kostengünstig

Der Anteil der Gasheizungen am Schweizerischen Wärmemarkt beträgt rund 35 %. Tendenz steigend. Insbesondere bei der Sanierung ist der Wechsel auf Gas eine beliebte Alternative. So nutzt heute fast jeder vierte Eigenheimbesitzer seinen Umbau, um von seiner der bisherigen Lösung auf eine Erdgasheizung umzusteigen. Eine saubere, effiziente Verbrennung, geringe Anlageinvestitions- und Betriebskosten sowie grosse Flexibilität bei der Installation und hoher Komfort sind Vorteile, von denen sich viele Investoren überzeugen lassen.

Fossiler Energieträger mit ausgezeichneter Umweltbilanz

Erdgas ist eine natürliche, umweltschonende Energie. Obwohl es sich bei Erdgas um einen fossilen, nicht erneuerbaren Energieträger handelt, entsteht rund ein Viertel weniger CO2 als beim Heizen mit Öl und weniger Feinstaub als bei Holzheizungen.

Bei Brennwertkesseln werden die Abgase soweit abgekühlt, dass Wasserdampf kondensiert. Dabei wird Verdampfungswärme frei. Diese Energie geht bei konventionellen Anlagen über den Kamin verloren. Bei der Brennwerttechnik wird sie als zusätzliche Heizwärme ins System zurückgeführt. Resultat ist eine deutlich bessere Energieausnutzung, tiefere Heizkosten und geringere Emissionen.

Gas-Brennwertkessel zeichnen sich unter anderem durch ihre modulierenden Brenner mit besonders breitem Leistungsspektrum aus. Diese sind in der Lage, die Heizleistung exakt dem Wärmebedarf anzupassen und eignen sich auch für den Einsatz in Minergie- und Niedrigenergie-Gebäuden.

Nachhaltig: Gas für die Heizung aus erneuerbaren, CO2 -neutralen Quellen

Statt des nicht erneuerbaren Brennstoffs Erdgas, wird heute auch Biogas als Heizenergie immer beliebter. Biogas wird aus biogenem Material wie etwa Pflanzenabfällen, Klärschlamm oder Gülle gewonnen. Mit Hilfe von Bakterien wird die Biomasse vergärt und das Biogas gewonnen. Im Gegensatz zur fossilen Energie Erdgas ist Biogas ein nachwachsender und CO2 –neutraler Energieträger.

Heizen mit Öl: fossile Energie mit höchster Effizienz nutzen

In der Schweiz ist Öl nach wie vor der mit Abstand am häufigsten verwendete Heizenergieträger. Knapp 850'000 Gebäude und Wohnungen werden gemäss letzter Volkszählung mit Öl beheizt. Dies entspricht über 50 %. Heizöl war lange Zeit der kostengünstigste Wärmespender und hat Vorteile gegenüber anderen Energieträgern: insbesondere seine gute Lagerfähigkeit, die hohe Energiedichte und die bequeme Handhabung.

Im Wohnungsneubaubereich wird Öl als Heizenergie zunehmend durch andere Technologien verdrängt. Bei Sanierungen dagegen ist der Ersatz der alten Ölheizung durch eine moderne Anlage mit Brennwerttechnik oft die investitionsgünstigste und bequemste Variante. Mit in die Kostenbetrachtung sollte jedoch immer auch die Preisentwicklung des Heizöls mit einbezogen werden.

Brennwert- oder Kondensationstechnik macht Heizen mit Öl deutlich wirtschaftlicher und effizienter. Bei Brennwertkesseln werden die Abgase soweit abgekühlt, dass Wasserdampf kondensiert. Dabei wird Verdampfungswärme frei. Diese Energie, die bei konventionellen Anlagen über den Kamin verloren geht, kann als zusätzliche Heizwärme ins System zurückgeführt werden.

Nachhaltig Heizen mit Heizöl, das nachwächst

Die Entwicklung hin zu nachwachsenden Rohstoffen, hat auch beim Heizöl nicht halt gemacht. Heute sind sogenannte FAME-Biobrennstoffe der 1. Generation erhältlich. Die relativ einfache und kostengünstige Herstellung basiert auf Ölfrüchten. Am häufigsten verwendet wird Raps.
Eine weitere, technisch zugleich jedoch aufwändigere Lösung stellen synthetische Biobrennstoffe dar. Bei diesen so genannten BTL-Brennstoffen wird nicht nur die Frucht, sondern die gesamte Biomasse der Pflanze genutzt und synthetisiert. Die Eigenschaften der BTL-Brennstoffe entsprechen in jeder Hinsicht denjenigen von konventionellem Heizöl.

Die Vorteile

  • Bewährtes System.
  • Energieeffiziente, umweltschonende Brennwerttechnik.
  • Komfortabel im Betrieb.
  • Hohe Zuverlässigkeit.
  • Gegenüber konventionellen Öl-Kesseln bis zu 15% Energie- und Kosteneinsparung durch Brennwerttechnik.
  • Kompakte Kesselmasse, einfacher Einbau.
  • Unabhängigkeit durch Energievorrat im eigenen Tank.
  • Effizienzsteigerung durch Nutzung der Abgaswärme zur Verbrennungsluft-Vorwärmung

Wichtig bei Öl-Heizungen

  • Den alten Ölkessel durch eine moderne Öl-Brennwertanlage ersetzen ist investitionsgünstiger, als ein Umstieg auf andere Energieträger.
  • Für die Brennwerttechnik sind niedrige Heizsystemtemperaturen von Vorteil.
  • Öko-Heizöl schwefelarm für umweltfreundlichen Betrieb ist zu empfehlen.Platzbedarf für den Öltank.
  • Passendes Zuluft/Abgasleitungssystem.