Moderne Gasheizungen sind energieeffizient

Viele Hausbesitzer, die ihr Heizsystem sanieren, wechseln zur Gasheizung. Dies, weil mit Erd-oder Biogas betriebene Heizungen gegenüber Öl- und Holzheizungen weniger Feinstaub und CO2 an die Luft abgeben. Zudem können Sie mit modernen Gasheizungen Energie sparen.

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Moderne Gasheizungen mit Brennwerttechnik sparen Energie und Kosten. Foto: Grassetto / iStock / Thinkstock
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Wenn Sie beim Heizen Erdgas verbrennen, dann werden CO2-Emissionen freigesetzt, welche zur Klimaveränderung beitragen. So schneiden Gasheizungen im Heizsystem-Vergleich des WWF in punkto Klimafreundlichkeit auch schlechter ab als Pelletheizungen und Erdwärmepumpen, welche die ersten Ränge belegen. Die CO2-Bilanz von Erdgasheizungen ist jedoch um einiges besser als jene von Ölheizungen. Aufgrund der chemischen Zusammensetzung von Erdgas stossen Gasheizungen gegenüber Ölheizungen ungefähr ein Viertel weniger CO2 aus und bei korrekter Einstellung entsteht weder Russ noch Feinstaub.

Gasheizungen mit CO2-neutralem Biogas betreiben

Noch umweltschonender ist die Betreibung Ihrer Gasheizung mit Biogas. Aus organischen Abfällen, wie Grüngut oder Speiseresten und Klärschlamm, entsteht in einem Gärprozess Biogas. «Erdgas und Biogas sind physikalisch die gleichen Produkte. Beide sind farb- und geruchlos und haben den gleichen Brennwert», zählt Erdgas Zürich die Gemeinsamkeiten von Erd- und Biogas auf. Gegenüber Erdgas ist Biogas jedoch eine CO2-neutrale und erneuerbare Energiequelle. Biogas wird als CO2-neutral bezeichnet, weil die Aufnahme von CO2 durch die Pflanzen und die Freigabe bei der Verbrennung zeitlich nahe beieinander liegen. Deswegen wird die einheimische Produktion von Biogas weiter gefördert. «2009 hat die grösste Biogasanlage der Schweiz, im luzernischen Inwil den Betrieb aufgenommen. Seither sind viele kleinere und grosse Anlagen schweizweit dazu gekommen» äussert sich Erdgas Schweiz zum Entwicklungstrend von Biogasanlagen.

Gegen einen Aufschlag auf den Erdgas-Preis können Sie die CO2- neutrale und erneuerbare Energie zum Heizen oder Kochen nutzen. Dabei bieten Ihnen die Schweizer Energiewerke die Möglichkeit an, neben Erdgas eine gewünschte Menge Biogas (wahlweise 5 Prozent oder 20 Prozent) oder nur Biogas zu beziehen.

Mit modernen Gasheizungen Energie sparen

Gasheizungen sind Zentralheizungen, wobei sich Gas in einem Brennraum entzündet und Wärme erzeugt. Moderne Anlagen sind mit einer Zündsicherung ausgestattet, die dafür sorgt, dass beim Erlischen der Flamme kein unverbranntes Gas aus der Heizung austritt. Die Gefahr einer Explosion ist somit äusserst gering.

Die durch die Gasverbrennung erzeugte Wärme wird über einen Wärmeträger wie Luft oder Wasser in die verschiedenen Räume geleitet. Die Heizungskörper geben die Wärme anschliessend an die Raumluft ab. Dabei kühlt sich der Wärmeträger (Wasser oder Luft) ab und wird über einen Rücklauf zur Zentralheizung zurückgeführt.

Moderne Gasheizungen sind mit der sogenannten Kondensations- oder Brennwerttechnik ausgerüstet. Bei der Verbrennung von Gas, Öl oder Pellets entsteht Wasserdampf, der bei traditionellen Heizsystemen zusammen mit den Abgasen über den Schornstein an die Umwelt abgegeben wird. Bei neuen Anlagen mit Brennwerttechnik kondensiert nun ein Teil des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs im Brennwertkessel. Die durch die Abkühlung freigesetzte Wärmeenergie wird dann beispielsweise zum Aufheizen des sich im Rücklauf befindenden Wassers genutzt. Dies erhöht den Wirkungsgrad der Gasheizung, womit Sie bis zu 15 Prozent Energie sparen können. Moderne Anlagen haben zudem einen modulierbaren Brenner, wo Sie die Flammengrösse an die Witterungsbedingungen und den Leistungsbedarf in Ihrem Eigenheim anpassen können.

Die Kosten für eine Gasheizung im Überblick

Im vergleich zu anderen Heizsystemen sind bei der Gasheizung die Kosten relativ günstig. Was Sie über die Anschaffungskosten wissen sollten.

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Die Anschaffungs- und Betriebskosten fallen bei der Gasheizung realitiv günstig aus. Die Erdgaspreise werden in Zukunft jedoch steigen. Foto: yorkfoto / iStock / Thinkstock

 

Eine Gasheizung ist gegenüber anderen Heizsystemen in der Anschaffung relativ günstig. Sie können bereits ab 10‘000 CHF eine Anlage ohne Gasanschluss in einem Einfamilienhaus installieren. Zudem können Sie bei der Installation einer neuen Erdgasheizung bei bestimmten lokalen und regionalen Erdgas-Versorgungsunternehmen von einer Umstiegsprämie profitieren. Wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihr lokales oder regionales Erdgas-Versorgungsunternehmen. Wenn Sie etwa im Direktversorgungsgebiet von Erdgas Zürich wohnen, und bis zum 30. September 2012 eine neue Erdgasheizung in Betrieb setzen, erhalten Sie vom Zürcher Erdgas-Versorger eine Prämie von 1000 CHF für ein Ein- oder Zweifamilienhaus, 2000 CHF für ein Mehrfamilienhaus und 5000 CHF für eine Wohnüberbauung ausbezahlt. Nähere Angaben finden Sie unter www.erdgaszuerich.ch.

Neben der Grundinvestition fallen noch jährliche Betriebskosten für Unterhalt, Wartung und Kontrolle und Energiekosten für die Beschaffung von Heizgas an. Zieht man die Beschaffungs-, Betriebs- und Energiekosten in die Berechnung ein, bleibt die Gasheizung im Vergleich mit den anderen Heizsystemen immer noch sehr günstig. Nicht absehbar ist jedoch die Preisentwicklung von Erdgas. Da das Erdgas- wie auch das Erdölvorkommen begrenzt ist und die Nachfrage weltweit steigt, können sich die Preise für Erdgas in den nächsten Jahren nach oben bewegen.

Gasheizungen mit einer Solaranlage kombinieren

Gasheizungen lassen sich wie Ölheizungen gut mit Solaranlagen zur Wassererwärmung kombinieren. Sonnenkollektoren generieren klimafreundliche Energie, welche vor allem im Sommer die Heizsysteme entlastet. Zur Erwärmung des Gebrauchswassers fürs Duschen oder Abwaschen müssen Sie dann kein Gas verbrennen, sondern können dies im Sommer bis zu 100 Prozent der Solarenergie überlassen. Damit schonen Sie die Umwelt, denn die Sonnenenergie ist gegenüber Erdgas eine erneuerbare Energiequelle. Während das Erdgasvorkommen begrenzt ist, trägt die Nutzung der Sonnenenergie nicht zur Erschöpfung der Ressourcen bei. Zudem werden bei der Gewinnung von Solarenergie keine CO2-Emissionen in die Luft abgegeben.

Als weiterer Vorteil können Sie mit einer sechs Quadratmeter grossen Solaranlage Heizkosten von ungefähr 320 CHF pro Jahr einsparen. Für die Montage einer Solaranlage auf Ihrem Dach müssen Sie jedoch um die 20‘000 bis 30‘000 CHF aufwerfen. Wegen den hohen Investitionskosten empfiehlt sich die Umrüstung, wenn das Dach sowieso neu gedeckt oder die Heizung modernisiert wird. Dank staatlichen Fördermitteln können Sie zudem die Kosten für eine Gas-Solaranlage etwas minimieren. Das Gebäudeprogramm stellt hierzu jährlich 280 bis 300 Millionen Franken zur Verfügung, bestehend aus Fördergeldern von Bund (200 Millionen CHF aus der CO2-Abgabe pro Jahr) und Kantone (80 bis 100 Millionen CHF). Während der nationale Teil des Gebäudeprogramms ausschliesslich energetische Sanierungen unterstützt, ist im kantonalen Teil auch die Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien, wie beispielsweise die Installation einer Solaranlage enthalten. Beim Einbau einer Gas-Solaranlage sollten Sie sich dann an die kantonale Energiefachstellen wenden. Informationen zu den kantonalen Energiefachstellen finden Sie auf der Webseite des Gebäudeprogramms unter www.dasgebaeudeprogramm.ch, indem Sie das Förderprogramm ihres Heimatkantons anklicken.

Wissenswertes zur Gasheizung:

 
  • Erdgasheizungen stossen gegenüber Ölheizungen ungefähr ein Viertel weniger CO2 aus und bei korrekter Einstellung entsteht weder Russ noch Feinstaub.
  • Gasheizungen können auch mit Biogas, einer CO2-neutralen erneuerbaren Energiequelle betrieben werden.
  • Gasheizungen mit Kondensations- oder Brennwerttechnik arbeiten energieeffizienter, wodurch Sie bis zu 15 Prozent Energie sparen können.
  • Im Vergleich mit anderen Heizsystemen sind die Anschaffungs- und Betriebskosten für Gasheizungen relativ günstig. Die Preise für Erdgas werden sich jedoch in den nächsten Jahren nach oben entwickeln.
  • Gasheizungen können mit Solaranlagen zur Warmwassererwärmung kombiniert werden.

 

 

Quellen: wwf.ch, www.demande-subvention.ch, www.erdgaszuerich.ch

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