Bye-bye Mikroplastik: Briten verbieten die gefährlichen Kügelchen

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Mikroplastik gefährdet die Umwelt. Darum ringen sich immer mehr Länder zu einem Verbot durch, wie jetzt auch Grossbritannien. Die Schweiz ist jedoch noch lange nicht so weit.

Bye-bye Mikroplastik: Briten verbieten die gefährlichen Kügelchen
Foto: © merznatalia / iStock / Thinkstock

Ab Ende 2017 wird es in Grossbritannien keine Körperpflegeprodukte mehr zu kaufen geben, die Mikroplastik enthalten. Das hat die britische Regierung Anfang September entschieden. Zuvor hatten bereits Kanada, die Niederlande sowie Teile der USA die Plastikpartikel in Kosmetik verboten.

In der Schweiz ist noch kein Verbot in Sicht

Bereits im Juni 2016 hat zwar der Grünen-Politiker Balthasar Glättli eine Motion gegen die gefährlichen Plastikkügelchen in Kosmetik eingereicht. Der Bundesrat hat die Motion allerdings – wie bereits eine ähnliche im Jahr 2014 – zur Ablehnung empfohlen.

Einer der Gründe dafür: Eine dänische Studie schätzte 2015, dass nur 0.1 % des Mikroplastiks in der Umwelt aus Kosmetikprodukten stammt. Mikroplastik aus anderen Quellen sei viel problematischer. Zudem schade das Mikroplastik in Pflegeprodukten nicht unserer Gesundheit.

Was macht Mikroplastik so gefährlich?

Mikroplastik besteht aus Kunststoff, der kleiner als 5 Millimeter ist. Aufgrund ihrer geringen Grösse können Kläranlagen diese Partikel nur ungenügend aus dem Wasser herausfiltern. Die Plastikpartikel enden dann in Flüssen und Ozeanen, wo sie von Wasserlebewesen aufgenommen werden.

Problematisch ist dabei unter anderem, dass Mikroplastik wie ein Magnet für Gifte wirken kann. Diese gelangen über das Meer in die Nahrungskette und landen schlussendlich auch in unserem Essen.

Unterschieden wird zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik:

Primäres Mikroplastik: Für Zahnpasta, Peeling-Cremes und ähnliche Produkte stellt die Industrie direkt kleine Plastikkügelchen her.

Sekundäres Mikroplastik: Grössere Plastikstücke können durch Reibung und andere mechanische Einflüsse in immer kleinere Teile und schlussendlich zu Mikroplastik zerfallen. Problematisch sind daher beispielsweise in die Umwelt entsorgter Abfall, der Abrieb von Reifen – aber auch das Waschen von Fleece-Kleidung.

Weitere Informationen zu Mikroplastik finden Sie im Artikel: Wie sehr schadet uns Mikroplastik und wo steckt es überall drin?

Text: Anja Stettin