Thermoskannen im Test: Vorsicht vor Schadstoffen

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Thermoskannen halten Getränke über Stunden warm und sind damit ideale Begleiter für den Winter. Beim Kauf einer neuen Flasche sollten Sie jedoch aufpassen. Wie der Thermoskannen-Test zeigt, enthalten viele Schadstoffe, die sich auf Tee und Co übertragen können.

Thermoskanne Test: Wie gut sind Thermosflaschen wirklich?
Foto: © Maksym Kravtsov, iStock, Thinkstockphotos

Thermosflaschen-Test entlarvt Schadstoffe

Der letzte Thermoskannen-Test der Stiftung Warentest liegt zwar bereits einige Zeit zurück, aber er zeigte ein generelles gravierendes Problem auf. Der Kunststoff von Verschlüssen wie auch Bechern enthält oft viele Schadstoffe, die sich auf das warme Getränk im Inneren übertragen können.

In diesem Thermosflaschen-Test waren 5 der 12 getesteten Thermoskannen durchgefallen, da sie Schadstoffe in schädlich hoher Menge enthielten. Vorrangig waren dies gefährliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, die als krebserregend, erbgutverändernd und fruchtschädigend gelten. Schön heiss gefüllt, können sich diese Schadstoffe von der Thermoskanne lösen und in das Getränk übergehen, womit wir sie dann aufnehmen.

Weiterhin können in Plastikteilen der Thermosflaschen Weichmacher (Phthalate) enthalten sein und flüchtige organische Stoffe in den Silikondichtringen. Deren lag bei dem Test überall unter geltenden Grenzwerten, kann unter Umständen aber den Geschmack des Inhaltes negativ beeinflussen.

Dass sich der Geschmack des Getränks durch Stoffe aus der Thermoskanne verändert, ist übrigens laut K-Tipp gar nicht so selten. 2013 berichtete das Verbrauchermagazin über eine entsprechende Stichprobe des Stuttgarter Untersuchungsamtes. Hier wurden zufällig ausgewählte Wasserkocher, Isolierkannen und -Becher mit heissem Wasser gefüllt. Bei der Degustation wiesen immerhin 24 der Testprodukte ein Fehlaroma auf.

Welche Thermosflaschen laut Tests unbedenklich sind

Wenn man nach wirklich schadstofffreien Thermosflaschen sucht, wird man bei mehreren Herstellern fündig. Das Traditonsunternehmen Alfi gehört etwa dazu. Für einen Teil seiner Isolierkannen wird hier Schadstofffreiheit garantiert. Zu erkennen ist dies an einem Aufdruck auf dem Begleitzettel. Bei Zweifeln fragen Sie unbedingt den Verkäufer vor Ort. Auch die Firma Emsa liegt bei vielen Thermoskannen-Tests recht weit vorne, ebenso wie teilweise Isolierflaschen von IKEA.

Anhand dem Vergleich mehrerer Tests scheint insgesamt die althergebrachte Thermoskanne mit Glaseinsatz eine gute Wahl zu sein. Diese werden oft besser bewertet als Isolierflaschen mit Metalleinsatz.

Wichtiger Tipp zum Erkennen von Weichmachern: Öffnen Sie vor dem Kauf die Thermosflasche und stecken Sie die Nase hinein. Riecht es sehr unangenehm nach Chemie, ist eine Belastung mit Schadstoffen in den Plastikteilen des Produkts relativ wahrscheinlich. Der bedenkliche Weichmacher PAK und andere Schadstoffe wurden übrigens auch in den beliebten Silikonbackformen gefunden. Mehr dazu in dem Beitrag «Sind Silikonbackformen schädlich für die Gesundheit?».

Praxis-Test: Was muss eine Thermoskanne können?

Lediglich drei der von Stiftung Warentest geprüften Flaschen waren als spülmaschinentauglich gekennzeichnet. Wirklich geeignet waren nur zwei, wie etwa eine Thermoskanne von Alfi (Top-Therm-Automatik-Verschluss). Generell empfiehlt es sich daher, die Flaschen, wie auch die Verschlüsse, lieber von Hand zu spülen.

Mit der Warmhalteleistung waren die Tester eher zufrieden. Die Norm verlangt, dass Wasser, welches kochend heiss eingefüllt wird, nach sechs Stunden in der Thermoskanne noch 78 Grad. Diese Anforderung konnten auch die meisten erfüllen. Bei ein paar Thermoskannen im Test gab es hier nur ein «befriedigend», da dieses Minimum teils leicht unterschritten wurde. Die Thermoskanne von Alfi aber auch ein Modell von IKEA (Volym) gehörten hier zu den Verlierern.

Die besten im Thermoskannen-Test

Gewinner bei Stiftung Warentest, auch in Sachen Wärmehaltung, war eine Isolierflasche von Thermos (Light & Compact). Sie erhielt die Note «sehr gut» mit 1,5. Dicht gefolgt mit der Note 1,6, wurde sie von einer exemplarisch getesteten Glasthermoskanne (Helios, Modell Elegance), die etwa in der Schadstoffwertung am besten abschnitt. Eine sehr gute Note in einem anderen Thermoskannen-Test gab es für gläserne Thermosflaschen von Migros und Coop.

Quellen: Umwelt-energie.ch, Ktipp.ch, Test.de, Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann