Gesund wohnen: So sorgen Sie für die optimale Luftfeuchtigkeit

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Zu viel Luftfeuchtigkeit kann Schimmel begünstigen, ein zu trockenes Raumklima dagegen krank machen. Welche die optimale Luftfeuchtigkeit ist und wie man sie einfach erreicht.

Was ist die optimale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung und wie erreicht man sie?
Foto: © kaspiic, iStock, Thinkstockphotos

Eine allzu trockene Luft sorgt für trockene Haut und Lippen, vielleicht sogar für einen trockenen Hals. Trockene Schleimhäute können in der Folge dazu führen, dass Krankheitserreger es einfacher haben, sich bei uns festzusetzen und uns krank zu machen.

Während das trockene Raumklima schnell als störend wahrgenommen wird, mag zu feuchte Luft nicht direkt unangenehm wirken. Doch als Dauerzustand droht hier besonders die Gefahr von Schimmel. Verdeckte Wände, insbesondere hinter Möbeln, sind davon meist als erstes betroffen. Deshalb merkt man einen Befall anfänglich oft gar nicht, sondern erst, wenn er sich bereits weit ausgebreitet hat. Um beide Extreme zu vermeiden, ist es daher wichtig, auf eine möglichst optimale Luftfeuchtigkeit zu achten.

Die optimale Luchtfeuchtigkeit und wie man sie misst

Die optimale Luftfeuchtigkeit in den eigenen vier Wänden liegt etwa zwischen 40 und 65 Prozent.

Messen kann man das ideale Raumklima unter anderem mit einem so genannten Hygrometer. Das ist im Einkauf relativ günstig und muss, wie ein Thermometer, lediglich aufgestellt oder an der Wand angebracht zu werden. Leider ist das Messen der optimalen Luftfeuchtigkeit mit dem Hygrometer nicht immer zuverlässig, wie vor einigen Jahren Untersuchungen der Stiftung Warentest zeigten.

Gerade bei mechanischen Messgeräten gibt es laut der Stiftung oft deutliche Defizite. Mit einem kleinen Trick können Sie aber schnell herausfinden, ob Ihr mechanischer Hygrometer richtig misst: Das Messinstrument einfach für eine Stunde in ein feuchtes Tuch wickeln, dann sollte es 95 Prozent Luftfeuchtigkeit anzeigen. Ist dies nicht der Fall, kann die Anzeige in der Regel auf der Rückseite nachjustiert werden. Dies sollte man ein bis zwei Mal im Jahr wiederholen.

Bei digitalen Hygrometern gibt es meist keine Möglichkeit für eine Nachjustierung. Hier gibt es laut Stiftung Warentest jedoch so einige Geräte, die zuverlässig arbeiten. Wichtig sei beim Kauf auf Qualität zu setzen, statt direkt zum billigsten Hygrometer zu greifen. Achten Sie zudem auf Empfehlungen von Käufern, die bereits Erfahrungen mit dem Produkt gemacht haben sowie auf eventuelle Siegel, die Zuverlässigkeit bescheinigen. Denn läuft so ein Gerät fehlerfrei, bietet es eine gute Möglichkeit, das ideale Raumklima zu kontrollieren.

Was tun, wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist?

Regelmässiges Lüften ist oft eine einfache Massnahme, um ein trockenes Raumklima zu bekämpfen. Nur, wenn es Draussen so richtig kalt ist, hilft das wenig, denn dann entzieht die kalte Aussenluft den Räumen eher noch mehr Luftfeuchtigkeit.

Um bei Trockenheit das ideale Raumklima wieder herzustellen, kann aber auch eine Schüssel Wasser oder ein feuchtes Handtuch auf dem Heizkörper oder eine feuerfeste Schale mit Wasser auf dem Kaminofen platziert werden. Zudem gibt es für Heizkörper spezielle Raumluftbefeuchter, etwa aus Keramik, die man einfach daran hängt und regelmässig mit Wasser befüllt. Diese sollte man aber regelmässig reinigen, sonst werden sie zu Keimschleudern.

Eine ebenso einfache Methode zur Regulerung trockener Luft ist es, einige Zimmerpflanzen aufzustellen. Denn die Verdunstung von Wasser über die Erde kann zur optimalen Luftfeuchtigkeit beitragen. So manches Pflänzchen kann zusätzlich sogar Schadstoffe in der Raumluft neutralisieren.

Eine etwas teurere und aufwändigere Variante, um die ideale Luftfeuchtigkeit zu erreichen, ist ein Luftbefeuchter. Dieser kann jedoch unter Umständen auf Dauer die Luft zu feucht werden lassen. Darum sollten Sie während der Nutzung unbedingt die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer überwachen. Das kann aber auch bei allen anderen Methoden sinnvoll sein, um einen Umschwung in zu viel Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.

Was tun gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit?

Am einfachsten erzielt man hier die optimale Luftfeuchtigkeit durch regelmässiges Querlüften. Fünf Minuten Fenster richtig öffnen und für Durchzug sorgen sollte auch bei feuchteren Räumen das Klima gut regulieren. Sind nur bestimmte Bereiche in der Wohnung feucht, heisst es nach der Ursache zu suchen und Gegenmassnahmen zu ergreifen.

Im Bad ist es meist feuchter als im Rest der Wohnung, auch ein Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschine und Trockner kann schnell zu feucht werden, wenn er nicht dauerhaft richtig belüftet wird. Haben Sie gar kein Fenster oder nur ein unzureichendes in einem dieser Räume, lassen Sie einfach die Tür einige Zeit lang offen stehen, damit die Feuchtigkeit abtrocknen kann. Denn schnell setzt sich bei zu viel Luftfeuchtigkeit unschöner Schimmel in die Silikondichtmasse.

Wenn das alles nichts bringt, können spezielle Luftentfeuchter Abhilfe schaffen.

Wenn bereits Schimmel vorhanden ist

Haben Sie bereits Schimmel in der Wohnung, sollten Sie das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Gerade schwarzer Schimmel kann unter Umständen sehr aggressiv sein und die Gesundheit stark schädigen. Gehen Sie daher unbedingt auf die Suche nach der Ursache. Wann Sie bei Schimmel in der Wohnung zudem unbedingt einen Fachmann um Rat fragen sollten, und was gegen Schimmel hilft, erklärt der Beitrag «Schimmel entfernen: Welche Massnahmen und Mittel wirklich helfen».

Text: Jürgen Rösemeier-Buhmann