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Fair Trade Fashion: Angebot an fairer Kleidung wächst

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Jeden modischen Trend kann man mit Fair Trade Fashion noch nicht mitmachen. Doch gibt es bereits eine gute Auswahl an alltagstauglicher fair gehandelter Kleidung, die aus Biobaumwolle, Seide oder Wolle und mit sozialen Standards gefertigt ist. So verbessert jeder Einkauf die Welt ein wenig mehr.

Achten Sie beim Kleiderkauf auf das Label.

Beim Kauf von Fairtrade-Mode ist es wichtig auf das Label zu achten. Foto: © Yuri Arcurs - Fotolia.com

Emma Watson tut es, Cosma Shiva Hagen trägt es: Fair Trade Fashion. Immer mehr Prominente entwerfen und kaufen fair produzierte Kleidung. Doch hinter dem Starglamour versteckt sich nicht immer echte Fair Trade Mode. Denn eigentlich geht es bei diesen Kleidungsstücken um einfache Schicksale von Kleinbauern und ArbeiterInnen, die auf kargen Baumwollfeldern ihre Baumwolle pflücken oder in Kleiderfabriken in Indien unter teils menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen schuften. Doch nicht nur Prominente kaufen gerne fair ein. Inzwischen wächst die Zahl an Kleidungsläden und Onlineshops, die Fair Trade Mode für Schweizer Verbraucher verkaufen. Doch nicht alle Stücke tragen auch ein Gütesiegel, denn bisher ist der Grossteil fair gekaufter Kleidung ungelabelt. Im letzten Jahr machten Textilien bereits 5,5 Prozent des gesamten Jahresumsatzes mit Fairtrade Produkten aus - Tendenz langsam steigend.

Was ist Fair Trade Mode?

Fair Trade Fashion kann nur unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen entstehen und dies sowohl im Baumwollanbau als auch in Textilfabriken. Viele Produktionsstätten halten sich nicht an gesetzliche oder tarifliche Standards - sowohl bei der Bezahlung als auch hinsichtlich der Arbeitsstunden. Statt einer überlangen 72 Stunden-Woche sollte die Arbeitszeit nicht 48 Stunden überschreiten. Menschenwürdig heisst auch, dass ein freier Tag pro Woche garantiert wird. Oftmals sparen die Produzenten am Lohn. Vielerorts können Kleinbauern und ArbeiterInnen mit dem staatlich festgelegten Minimallohn nur überleben. Deshalb fordern Organisationen wie die Clean Clothes Campaign eine existenzsichernde Vergütung, worauf alle ArbeiterInnen der Zulieferkette Anrecht haben. Das Gehalt muss nicht nur die Familie ernähren, sondern auch für Bildung und medizinische Versorgung reichen. Das Prinzip wird bisher erfolgreich bei fair gehandelter Biobaumwolle angewandt. Darüber hinaus verbietet Fairtrade Fashion Kinderarbeit und stärkt Gewerkschaften vor Ort. Das Schweizer Fair Trade Siegel «Max Havelaar» setzt bei den Baumwollkleinbauern an. Es werden Mindestpreise und eine Fairtrade-Prämie für gemeinschaftliche Investitionen garantiert. Die ganze anschliessende Lieferkette ist transparent und entspricht international anerkannten Kriterien. Regelmäßige und unabhängige Kontrollen garantieren die Einhaltung von sozialen Standards. Doch viele Labels überprüfen ausschließlich die Verarbeitung und Kleiderherstellung - und vergessen darüber den Anbau. Letztlich wird die Wertschöpfungskette für Verbraucher durch Standards, Kontrollen und Rückverfolgbarkeit transparent und somit glaubwürdig. Deshalb fordert Swiss Fair Trade, dass der Einkauf von Textilien aus nicht nachvollziehbarer Herkunft ein Tabu sein sollte.

Naturmode: Bio-Materialien sind nicht automatisch fair

Bio ist keine Voraussetzung für Fair Trade, doch wird der Anbau von Bio-Baumwolle unterstützt. Deshalb wird Fair Trade Kleidung sowohl aus Bio als auch aus konventioneller Baumwolle produziert. Biobaumwolle ist bisher die einzige und wichtigste Naturfaser mit dem Fairtrade Siegel. Zusammengefasst bedeutet es, dass Bio nicht automatisch auch Fair Trade ist. Zwar verzichtet man auf Pestizide, sodass die Arbeiter weniger Belastungen ausgesetzt sind, doch sagt ein Biolabel nicht zwangsläufig etwas über soziale Standards aus. Einige Öko-Gütesiegel achten auf Arbeitsbedingungen, wie z.B. GOTS, Naturtextil IVN, BioRe oder Eigenmarken wie Coop Naturaline und Switcher. Misstrauisch sollte man werden, wenn Ökomode sehr günstig und ohne anerkanntes Label angeboten wird. Weitere Ökomaterialien wie Leinen, Hanf, Jute und Schafwolle sind Produkte aus kontrolliert biologischen Anbau oder Tierhaltung. Über die Herstellungsbedingungen können nur die jeweiligen Anbieter informieren. Beispielsweise bietet die Caritas-Fairtrade Mode aus Edelhaarwolle und Seide an. Diese Kleidung wird bisher wenig nachgefragt, sodass sich eine internationale Zertifizierung noch nicht auszahlt. Laut Caritas-Fairtrade arbeitet man nur mit Projektpartnern zusammen, die Mitglieder in World Fair Trade Organisation sind und ihren ArbeiterInnen eine menschenwürdige Arbeit sichern.

Unstylisch: Jeansproduktion, die krank macht

In Indien, China und Pakistan bearbeiten sie Jeans mit Hochdruck: Oftmals strahlen Mitarbeiter ohne Schutzkleidung die Hosen mit Sand ab, um einen Used Look zu erreichen. In Europa ist diese gesundheitsgefährdende Praxis verboten. Bereits 2005 traten erste Fälle der unheilbaren Staublungenkrankheit (Silikose) in der Türkei auf. Die Lunge vernarbt, was zu Atemproblemen führt, die häufig tödlich enden. Junge Männer erkrankten daran, nachdem sie sechs Monate in Jeansfabriken arbeiteten. Insgesamt 1.200 Erkrankte und 46 Todesfälle sind in der Türkei bekannt. Aufgrund des öffentlichen Drucks verbot das dortige Gesundheitsministerium diese Praxis im Jahre 2009. Infolgedessen verlegten viele Anbieter ihre Produktionsstätten in andere Länder – wo weiterhin Sandstrahlen in teils nichtregistrierten Kleinbetrieben erlaubt ist. Deshalb engagiert sich Clean Clothes Campaign bzw. der EvB für sauber hergestellte Jeans.



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