Mit dem Windrad zu Ökostrom aus dem eigenen Garten

Windräder im Garten bringen Energie, doch nicht viel. Zudem gilt es, sich mit den Nachbarn gut zu verstehen, um Ärger aus dem Weg zu gehen. Der eigene Strom aus Wind macht zwar nicht unabhängig, doch freut jeden Fan von erneuerbaren Energien, sieht er dies als Hobby.

Privates Windrad: Der Traum von der Energieunabhängigkeit.
Für wenige tausend Franken kann man sich sein eigenes Windrad zulegen oder bauen. © Kardd / iStock / Thinkstock

Meine Solaranlage auf dem Dach, mein Windrad im Garten. Das ist der Traum, der Energieunabhängigkeit verspricht. Und es scheint, als könne er schon heute in Erfüllung gehen. Solaranlagen sind schliesslich schon fast Standard und das Windrad können findige Tüftler für wenige tausend Franken selbst bauen. Gerade Wind übt eine besondere Faszination aus: Anders als bei der Solaranlage sieht der Besitzer hier, wie die Naturgewalt des Windes in Bewegung umgesetzt wird. Das macht Stromerzeugung sogar für den Nachwuchs schnell begreifbar. Aber mit diesen Anlagen ist natürlich keine heute übliche grosse Variante mit einer Nabenhöhe von etwa hundert Metern gemeint, die bei einer Windgeschwindigkeit von acht Metern pro Sekunde über 1.000 Kilowattstunden Strom jährlich produzieren. Hier geht es um die kleinen Windkraftanlagen, die rund 50 Kilowattstunden bei drei Metern pro Sekunde und 140 Kilowattstunden bei vier Metern pro Sekunde erreichen.

Das Mini-Windrad in der Nachbarschaft.

Ein Windrad bietet Potenzial für ein Nachbarschaftsstreit. Foto: © iStockphoto.com / Yuriy Chaban

Windrad als Ursache für Nachbarschaftsstreit

Wer sich ein Windrad zulegen oder selbst bauen will, sollte sich gründlich informieren, entsprechende Literatur besorgen und um ein Baugesuch kümmern. Zu erfragen sind hierbei die zulässigen Höhen- und auch Lautstärkeregelungen. Fragen des Ortsbildschutzes und der Raumplanung fallen stark ins Gewicht, geht es letztlich um die Beurteilung des Baugesuchs. Zudem ist nicht jeder Nachbar glücklich über den potentiellen Lärm und Schattenwurf der Anlagen. Nicht immer ist möglich, einen grossen Abstand zum Nachbargrundstück zu halten, denn es kommt beim Windrad auf den idealen Standort an. Bweispielsweise dürfen keine störenden Baumkronen den Betrieb des Windrads stören.

Verwendung der gewonnenen Energie

Aber bevor man sich nun auf die Suche nach einem Anbieter oder Bauplan und nach den Bauteilen macht, gilt es, sich zu fragen, wofür man die Energie des Windrads verwenden will. Denn generell steht die Entscheidung an, ob man einen Batterie- und Akkulader bevorzugt, oder eine Netzeinspeisung anstrebt. Möglich ist prinzipiell die Variante des Vielflüglers, das sogenannte Western Windrad. Es kommt wegen der vielen Schaufeln oder Rotorblätter nur auf eine niedrige Drehzahl und ist Langsamläufer. Ein Schnellläufer ist hingegen das Windrad, das zwei bis vier schmale Flügel besitzt, die aerodynamisch geformt sind. Dieses erreicht höhere Drehzahlen.

Mehr zum Aufstellen und zur Effizienz von Windrädern für das Eigenheim erfahren Sie in der folgenden Reportage aus Deutschland: