Auf Kopenhagens Strassen fahren mehr Velos als Autos

Grüne Welle für Velofahrer an Ampeln, unzählige Velowege, Brücken nur für Velos und Fussgänger. Kopenhagen tut viel, um seine Einwohner auf den Drahtesel zu locken. Mit Erfolg, denn mittlerweile sind mehr Velos als Autos auf den Strassen unterwegs.

Auf Kopenhagens Strassen fahren mehr Velos als Autos
Foto: © william87 / iStock / Thinkstock
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Im November wurden im Zentrum der dänischen Hauptstadt 265'700 Velos und 252'600 Autos gezählt. Erstmals seit Beginn der Verkehrszählungen im Jahr 1970 übertraf die Anzahl Zweiräder die der PKW. Das Engagement der Stadt, den Velo-Verkehr zu fördern, scheint sich auszuzahlen.

Das Velo-Netz schont auch die Stadtkassen

Das Umsatteln vom Auto auf das Velo lohnt sich nicht nur für die Umwelt. Es kommt die Stadt auch günstiger, in den Velo-Verkehr statt in Autostrassen zu investieren. Eine einzige Umgehungsstrasse im Norden der Stadt kostete doppelt so viel wie in den letzten 12 Jahren für Velofahrer ausgegeben wurde.

Und das liegt nicht daran, dass wenig investiert wurde. Ganze 390 Kilometer Velowege führen durch Kopenhagen, einige Brücken wurden ausschliesslich für Velofahrer und Fussgänger gebaut. Allein seit 2005 floss eine Milliarde dänische Kronen in die Velo-Infrastruktur Kopenhagens – das entspricht knapp 145 Millionen Schweizer Franken.

Vor Kurzem wurden die Bewohner der dänischen Hauptstadt zudem dazu aufgerufen, Bereiche zu nennen, in denen Velowege fehlten, zu eng oder zu stark genutzt wären. Über 10'000 Personen folgten dem Aufruf. Die gesammelten Daten sollen in den nächsten Jahren dabei helfen, dass das Geld für die Velo-Infrastruktur an den richtigen Orten zum Einsatz kommt.

Text: Anja Stettin